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0 Autor: Toby Schaper

Black Star Riders - The Killer Instinct

The Killer Instinct
  • VÖ: 20.02.2015
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 264

Erstaunlich: Mit Ricky Warwick beleben die Thin-Lizzy-Nachfolger zum zweiten Mal unpeinlich den Geist von Phil Lynott. Sein Genie bleibt trotzdem unerreicht.

Man kann Philip Parris Lynott, den 1986 verstorbenen Frontmann der irischen Hardrock-Legende Thin Lizzy nicht ersetzen. Ebenso wenig, wie man Freddie Mercury, Bon Scott oder Kurt Cobain ersetzen kann – alle Künstler, die heller gestrahlt haben als andere. Das weiß auch die Thin-Lizzy-Rumpfbesetzung, die den Geist der Band live lange Jahre überzeugend am Leben gehalten hat. Als sie neue Songs mit einem neuem Sänger veröffentlichen wollte, musste ein anderer Bandname her. Und wer rutscht jetzt in den riesigen Fußstapfen herum? Ausgerechnet der im England der 90er mit The Almighty mächtig gehypte Sleaze-Rock-Beau Ricky Warwick. Was zunächst zum Scheitern verurteilt erschien, verblüfft am Ende. Es ist erstaunlich, wie präzise Warwick Lynotts Phrasierungen übernimmt und wie seine dunkle Tonlage dem Original gleicht. Ihm fehlt allein Lynotts stets präsente Wehmut, seine Seele, die dieser wie kein anderer Hardrock-Sänger auf der Zunge trug. Trotzdem ist das zweite BSR-Album ein würdiges Tribute geworden: Der eröffnende Titelsong hätte auch auf den Klassikern von Thin Lizzy eine gute Figur abgegeben, der Feel-Good-Rocker "Finest Hour" ebenso. Das balladeske "Blindsided", die keltisch anmutenden "Soldierstown" und "Turn In Your Arms" und das gegen Ende grandios verschleppte "You Little Liar" machen ebenfalls Spaß. Dem gegenüber stehen mit "Through The Motions" und "Sex, Guns And Gasoline" etwas durchschnittliche Groover, und trotz hohen Niveaus ist ein leichter Mangel an wirklich magischen Momenten zu attestieren.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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