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0 Autor: Thorsten Zahn

Faith No More - Album Of The Year

Album Of The Year

Ist der Titel arrogante Übertreibung oder realistische Selbsteinschätzung? Der schlichte, aber aussagekräftige Titel reicht dennoch nicht aus, das auszudrücken, was musikalisch wirklich hinter ihm steht. Nach dem eher sperrigen Vorgänger „King For A Day - Fool For A Lifetime" öffnen sich mit „Album Of The Year" endlich wieder Welten, die wir seit „The Real Thing" vermisst haben. Eröffnet „Collision" in einem Sturm ungezügelter Emotionen das Album, so werden in den folgenden 40 Minuten die vielleicht besten FNM zu hören sein, die es je gab. Nehmen wir die hymnische Größe von „The Real Thing", den melodiösen Staub von „Angeldust" und die emotionale Verschrobenheit von „King For A Day..." und wir nähern uns dem, was „Album Of The Year" ist: gigantisch. Doch FNM gehen noch weiter und hinterlassen Fragezeichen in den Köpfen der Hörer. Liebe und Haß, Angst und Geborgenheit oder Lust, Wut und Verzweiflung - den thematischen Auswürfen ist mit einfachen Beschreibungen nicht beizukommen. Ebenso die musikalische Seite. Hin- und hergerissen zwischen treibenden Gitarrenriffs („Naked In Front Of This Computer" und „Got That Feelin’"), entspannten Pop-Einschüben („She Loves Me Not") und experimentellem Gothic-Rock („Pristina") geben sie ihrem angestaubten Image einen neuen Glanz, den so recht wohl niemand mehr erwartet hat. War der Titel nicht vielleicht doch einfach nur bescheidene Untertreibung?

Leserbewertung: 10.2/12

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