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0 Autor: Stefan Reuter

36 Crazyfists - Time And Trauma

Time And Trauma

Früher war alles besser. Oder zumindest war es besser, über all das Schlechte zu singen. 36 Crazyfists tun deshalb einfach so, als wäre immer noch 2002.

Wir erinnern uns: Killswitch Engage beweisen auf Alive Or Just Breathing, dass sich Thrash Metal, Hardcore und Herzschmerz wider Erwarten ganz gut vertragen. Atreyu treiben das Prinzip von Darkest Hour auf die Spitze und präsentieren mit Suicide Notes And Butterfly Kisses die süßeste Versuchung seit Gründung der Göteborger Schule. Und dann sind da noch 36 Crazyfists, die den Metal im New Metal etwas ernster nehmen als viele ihrer Kollegen. Natürlich stehen auch bei der jungen Band aus Anchorage, Alaska, auf ihrem Majordebüt Bitterness The Star (2002) die Gefühle im Vordergrund. 13 Jahre und vier Alben später lassen sich zwei Dinge feststellen: Erstens gehört die Diskografie von 36 Crazyfists zu einer der besseren der Bands, die die Metalcore-Inflation überlebt haben. Mit "I‘ll Go Until My Heart Stops" findet sich darin sogar ein waschechter Hit, der heute noch ohne schlechtes Gewissen aufgelegt werden kann. Zweitens ist jetzt aber wirklich mal genug der Anachronismen. Auf "Time And Trauma" wird munter zwischen Klargesang und Shouting gewechselt, im Titelsong darf sogar gegrowlt werden. Breakdowns müssen zwar sein, sind aber zum Glück nicht omnipräsent. Das Riffing ist wenig spektakulär und verliert aufgrund der laschen Produktion noch weiter an Feuer. So richtig zünden kann auf Anhieb nur der melodiöse Hilferuf "Also Am I": "If you’re looking for someone to save you/ Also am I/ If you're looking for something/ to believe/ Also am I/ Don’t go quietly”. Am Ende bleibt doch nur die Erinnerung.

Bewertung: 4/12

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