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Danko Jones - Fire Music

Fire Music

Der siebte Drummer auf dem siebten Studioalbum verpasst Danko Jones die überfällige Adrenalinspritze: Zwischen feurigem Beziehungsleid und Rock’n’Roll-Liebeserklärungen zeigt der Löwe wieder Zähne.

Im Grunde ist es fast egal, ob die Kanadier ihren Energieschub wirklich Neu-Drummer Rich Know verdanken; so oder so dürfte "Fire Music" die beste Danko-Jones-Platte seit "We Sweat Blood" von 2003 sein – weil Jones und seine beiden Mitstreiter hier den richtigen Vibe mit frischer Angriffslust paaren. Songs wie "The Twisting Knife", "She Ain’t Coming Home" und "Piranha" – die obligatorische Danko-Single über die gefährlich-verführerische Frau – atmen zwar öfter jene süffige Südstaaten-Melancholie, die so ähnlich auch Mike Ness und Volbeat starke Momente beschert. Vor allem aber treten Danko Jones wieder häufiger das Gaspedal durch und lassen mit Sechzehntel-Garagenpunkrock die Muskeln spielen – weshalb Jones sich in "Body Bags" und "Gonna Be A Fight Tonight" problemlos in halbstarke Machtfantasien hineinsteigern kann. Selbst Midtempo-Nummern wie "Wild Woman" klingen dringlich und kraftvoll. Interessanter als das Testosteron-Paket ist an "Fire Music" aber der Rock-Chronist Danko Jones: Der Essayist, Kolumnenschreiber, Radiomoderator und Spoken-Word-Künstler zieht auch hier seine Querverbindungen – die titelgebende Frage des Cowbell-Groovers "Do You Wanna Rock" reicht unmittelbar zum gleichnamigen 50er-Song von The Cadets und dem entsprechenden Bekenntnis der Glam-Hedonisten Twisted Sister zurück. Auch die Misfits-Backgroundchöre in mehreren Songs dürften kaum Zufall sein. Und mit der überkandidelt-ironischen Drogen-Hymne "Getting Into Drugs" ist "Fire Music" sogar noch pädagogisch wertvoll.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.7/12

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