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Wu-Tang Clan - A Better Tomorrow

A Better Tomorrow

Kann ein neues Album des Wu-Tang Clan 2014 mehr sein, als ein heißer Anwärter für den Titel „Miesestes Artwork des Jahres“? Es spricht allerdings für den Clan, dass er sein Heil auf A Better Tomorrow in der Vergangenheit sucht.

Kennt noch jemand John Woo? Der Hong-Kong-Chinese mischte Ende der 80er Jahre das Actionfilm-Genre auf, unter anderem mit Filmen wie "A Better Tomorrow". Nach einem veritablen Flop an den Kinokassen Hollywoods ist Woo in der Versenkung verschwunden. Ähnliches drohte zwischenzeitlich dem Wu-Tang Clan und seinen prominentesten Mitgliedern. Erstes erkennbares Zeichen, dass man sich in Shaolin Island wieder auf die eigenen Stärken besinnt, war 2013 Ghostface Killahs starkes Album "Twelve Reasons To Die". Adrian Younge, Produzent dieses Albums, ist auch an "A Better Tommorrow" beteiligt, tiefere Spuren haben aber einige Musiker aus den Studios des legendären Labels Stax hinterlassen, die RZA in Memphis aufgetan hat. Ob das einen Song wie "Preacher’s Daughter" entschuldigt, einen peinlichen Abklatsch von Dusty Springfields "Son Of A Preacher Man"? Nur gut, dass der Song neben dem ähnlich schwachen "Miracle" die Ausnahme auf einem Album bleibt, mit dem der Wu-Tang Clan gar nicht erst versucht, Anspruch auf die HipHop-Weltherrschaft zu erheben, die auf dem Cover angedeutet ist. Dem Wu-Tang Clan anno 2014 fehlt es dafür musikalisch am geeigneten Arsenal. Deshalb bezieht sich dieses lässige und soulige Album permanent auf die Vergangenheit – in Form der zu großen Teilen live eingespielten, retro-klingenden Instrumentals und den eingestreuten, klassischen Kung-Fu-Film-Samples. Der Wu-Tang Clan liefert damit ab, wogegen er mit "36 Chambers" 1993 erfolgreich angetreten ist: Altherren-Rap.

Bewertung: 7/12

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