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0 Autor: Frederik Tebbe

Funeral For A Friend - Chapter And Verse

Chapter And Verse

Es gibt sie, Menschen, die ihre zweite Chance nutzen. Seien wir die, die sie ihnen gewähren: Funeral For A Friend befreien sich mit "Chapter And Verse" endgültig von Pathos, Kitsch und Stadionattitüde.

"Conduit" hatte es 2013 angedeutet: Funeral For A Friend wollen Wiedergutmachung leisten. Keine Panic!-At-The-Disco-Reminiszenzen, kein Breitwand-Stereo-Screamo sollte den Sound der Waliser mehr definieren. Stattdessen sollte es mit Hardcore im Rücken gehörig knallen. Zwei Jahre später ist "Chapter And Verse" Funeral For A Friends endgültige Emanzipation von alten Mustern und ihre Rekalibrierung Richtung Punk und Hardcore. Keine verschnörkelten Riffs und unzählige Tonspuren überladen das Songwriting, stattdessen fokussiert sich die Band auf das, was ihren Songs gut tut. Das ist immer catchy – "Inequality" oder "You've Got A Bad Case Of The Religions" lassen dahingehend keinerlei Fragen offen – in "After All These Years..." und "Modern Excuse Of A Man" aber auch schnell wie nie. Vor allem: Hoch emotional, auf die gute Art. Acht Jahre ist es her, dass sich Funeral For A Friend mit dem Konzept-Epos "Tales Don't Tell Themselves" das Credibility-Genick gebrochen haben. Seitdem bemühen sie sich Album für Album um Schadensbegrenzung, scheiterten aber immer wieder am Anspruch, es der Szene und dem Mainstream recht machen zu wollen. "Chapter And Verse" ist das siebte Album, das die Fehler des dritten, vierten und fünften nicht nur ausmerzt, sondern völlig hinfällig macht. Denn wozu über alte Macken brüskieren, wenn es im Hier und Jetzt so schön knallt und scheppert? Künftige Genre-Perlen wie "Pencil Pusher", "1%" oder "Stand By Me For The Millionth Time" machen wirklich alles wieder gut.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.0/12

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