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0 Autor: Jens Mayer

Shellac - Dude Incredible

Dude Incredible

Sieben Jahre nach ihrer bis dato letzten Veröffentlichung machen Shellac bei ihrer Rückkehr das einzig Richtige: kein großes Ding aus der Angelegenheit.

Neun Stücke in knapp 33 Minuten, ein bisschen Selbstironie durch Albumtitel und Cover. Wo sonst mittlerweile jede Rückkehr alter Helden Monate vorher als Event zelebriert wird, machen Todd Trainer, Bob Weston und Steve Albini halt da weiter, wo sie 2007 mit "Excellent Italian Greyhound" aufgehört haben. Wer denkt, nur aufgrund der langen Zeitspanne (zwischen "1000 Hurts" und "Greyhound" lagen übrigens ebenfalls sieben Jahre), müsse mit "Dude Incredible" ein Noise-Posthardcore-Meisterwerk vorliegen, wird von Trio jedenfalls genussvoll unaufgeregt in Leere laufen gelassen. Genau diese aufgebauschte Erwartungshaltung haben Albini und Co. schon immer unterlaufen. So ist "Dude Incredible" zunächst einmal einfach ein neues - und exzellentes - Shellac-Album; das achte in zwanzig Jahren. Intensiv, dicht und trotzdem voller Leerstellen, kratzig, kantig, eindringlich fordernd und trotzdem groovy. Jedes der neun Stücke, vom titelgebenden Opener bis zum abschließenden "Surveyor" führt wieder einmal vor Ohren, warum der minimalistische Purismus dieser Band so gut tut - weil Rockmusik von der Unmittelbarkeit lebt und keine wochenlange Studioarbeit am möglichst fetten Sound braucht, um zu knallen. Es reicht, den Kern freizulegen und als Musiker und Performer am Wesentlichen zu arbeiten. Shellac perfektionieren die Einfachheit ohne sie zu verfälschen, halten die Magie des Augenblicks fest ohne zu illusionieren. "Dude Incredible", das wird bei allem äußerlichen Understatement schnell klar, bedeutet nach sieben Jahren mehr als neun neue Songs in knapp 33 Minuten.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 11.5/12

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