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0 Autor: Matthias Möde

Sigur Rós - Kveikur

Kveikur

Nur ein Jahr nach ihrem Ambient-Album Valtari kehren Sigur Rós mit einem Mann weniger und einem Album mehr zurück. "Kveikur", zu Deutsch: "Docht", klingt erneut anders, nicht nur als sein Vorgänger, sondern wie eine Mischung aus Ende der 90er und Ende der 00er Jahre.

Zumindest mit Blick auf Sigur Rós’ Discografie, in der das minimalistische "Valtari" spätestens jetzt wie eine musikalische Auszeit nach der Auszeit (Jonsí veröffentlichte ein Soloalbum und eins mit seinem Freund Alex Somers, der Rest bekam Nachwuchs) wirkt. Optisch erinnert das Artwork von "Kveikur" an das Jahr 1999, in dem "Ágætis Byrjun" mit einem ähnlich düsteren Cover erschien. Musikalisch vereinen die neun neuen Songs die schwebend orchestrierten Epen dieses Albums, die (noch etwas rumpelige) Dunkelheit des psychedelischen Vorgängers "Von" (1997), Jonsís Gespür für funkelnde Pop-Melodien und Sigur Rós’ freimütigen Frühling, den sie 2008 mit hippieskem Pop-Postrock auf "Með Suð I Eyrum Við Spilum Endalaust" zelebrierten. 2013 machen Sigur Rós einfach. Und zwar die Musik, die sich aus den genannten Elementen ergibt. Zum erneuten Wandel und Schwung auf "Kveikur" hat auch die Trennung von Keyboarder Kjartan Sveinsson beigetragen. Der einzig ausgebildete Musiker der Band war 1998 zu ihr gestoßen und nicht mehr an "Kveikur" beteiligt. Folgerichtig treten die Tasten in den Hintergrund, die Percussion macht dafür einen Schritt nach vorn. "Brennisteinn" eröffnet fies knarzend und scheppert und brummt in den folgenden sieben Minuten stetig weiter. Im Gegensatz dazu steht Jonsís hoher Gesang. Auch das Titelstück spielt mit diesem Prinzip, während "Ísjaki" eine herrliche Pop-Postrock-Hymne ist. Der Titel hat es angedeutet: Sigur Rós brennen wieder.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.5/12

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