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0 Autor: Daniel Gerhardt

Ty Segall - Slaughterhouse

Slaughterhouse

Um den Unterschied zwischen dieser Ty-Segall-Platte und der davor zu erkennen, muss man nur auf die Cover gucken. "Goodbye Bread" hatte einen zerknautschten Hund, "Slaughterhouse" hat eine dieser Zeichnungen, die man danach im Kinderzimmer von Amokläufern findet.

Dabei waren die Weichen gestellt: Segall hätte nur so weitermachen müssen wie letztes Jahr, und die Jay Reatard-Nachfolge-Rolle als jedermanns Rockchaot wäre ihm quasi von selbst zugefallen. Stattdessen hat er vor wenigen Monaten gemeinsam mit White Fence eine verdrehte Classic-Rock-Platte veröffentlicht und für den Herbst sein drittes Album des Jahres angekündigt, auf dem Gott weiß was passieren wird. "Slaughterhouse" liegt dazwischen und mit ihm eine Ahnung davon, wie es sich anfühlt, wenn einem Iggy Pop den Oberkörper mit Glasscherben verschönert. Segall hat schon viel Krach gemacht in seiner produktiven Karriere, aber noch nie so aggressiv und entschlossen wie hier; "Slaughterhouse" ist zwar keine komplett melodiefreie Platte, aber eine, auf der alles in Fuzz und Verzerrung eingewickelt kommt und ständig kämpfen muss, um nicht davon weggerissen zu werden. Selbst die Verschlimmerung der Umstände, die Anfang des Jahres zu einer Platte des Monats für Cloud Nothings geführt hatte, wird dadurch ein Stück weit relativiert: Im Vergleich zu "Slaugterhouse" klingt der "In Utero"-Rock von "Attack On Memory" plötzlich wieder wie der Poppunk, für den Cloud Nothings vorher bekannt waren. Segall sagt "Who cares?" dazu und "fuck this fucking song", dann schreit er noch mal und stürzt mit dem zehnminütigen, selbsterklärenden "Fuzz War" ab. Möglich, dass der Zerstörer, den er hier spielt, einfach seine nächste Rolle ist. Who cares und fuck this fucking song.

Bewertung: 9/12

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