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0 Autor: André Bosse

Shout Out Louds - Optica

Optica

Nach Tegan And Sara die nächsten, die im Indie-Land die Segel hissen und ihr Glück in Zuckerwatteweiten suchen. Schlecht ist das nicht.

Im Sommer 2007 spielten die Shout Out Louds als Headliner in Haldern. Eine charmante Wahl, die ganz große Bühne für schwedischen Indiepop. Die Songs für eine solche Show hatte die Band schon, jedoch konnten die Shout Out Louds sie noch nicht spielen: Der Charme ging baden. Es wäre spannend zu sehen, wie sich die Schweden heute, fünfeinhalb Jahre später, als Headliner geben würden. Das dritte Album "Work" von 2010 erinnerte in seiner Zurückhaltung an das beste Cardigans-Album "Long Gone Before Daylight", doch so recht überzeugt von dieser neuen Richtung waren die Shout Out Louds nicht. Also verzog sich die Band um Sänger Adam Olenius (der mit der Robert-Smith-Stimme) für Monate in einen Keller und bastelte sich eine neue Klangwelt. Die wird alle schockieren, die es mit Pop nicht so haben: E-Gitarren sind auf "Optica" eher Zierwerk und häufig so gespielt wie auf 80er-Jahre-Mainstreamplatten. Den Ton bestimmen Rhythmus und Keyboards, dazu singt Olenius variabler als früher, nimmt nicht immer die erstbeste Ausfahrt zur naheliegenden Emotion. So gelingen der Band echte Hits: "14th Of July" hat eine kissenweiche Funkgitarre und stampft wie die Scissor Sisters, in "Glasgow" lässt Olenius den Slacker heraus, während die Band Autofahrersound im Stil der Chromatics auffährt. Das ist alles prima – und für Leute mit vielen Blancmange- oder Red-Box-Platten im Haus sogar ein Fest. Wer sich von den Shout Out Louds hibbelige Hymnen von Herzen im Stil des Debüts gewünscht hat, sollte aber weiterziehen.

Bewertung: 7/12

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