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Volbeat - Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Volbeat verlegen ihren Elvis-Metal fürs fünfte Album in den Wilden Westen. Die Greaser wird das freuen, Metal-Fans könnte es an ihre Grenzen bringen.

Denn "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies" ist eine Country-Platte. Wahrscheinlich die härteste denkbare Hardrock-Country-Platte mit den meisten Metallica-Riffs und Metal-Gitarren überhaupt, im Kern aber eben doch: eine Country-Platte. Als solche funktioniert sie auch durchaus gut. Man kann förmlich hören, wie der Tumbleweed durch das verwehte Mundharmonika-Intro "Let’s Shake Some Dust" weht, Banjo und Slidegitarre zieren mit Doc Holiday den härtesten Metalsong des Albums, und das leicht trabende Rockabilly-Akustik-Western-Duett "The Lonesome Rider" mit Walk Off The Earths Sarah Blackwood liefert quasi eine aktuelle Variante von Johnny Cash und June Carter Cash. Vor allem als Geschichtenerzähler profilieren sich Volbeat hier, wenn Michael Poulsen mit leichtem Spaghetti-Western-Augenzwinkern und süffiger Melancholie von fiktiven und echten Revolverhelden wie "Black Bart" beziehungsweise zwielichtigen Damen wie "Lola Montez" singt. Besser als in "The Hangman’s Body Count" kann man das kaum machen, der packend erzählte Song hangelt sich von dramatischen Akustikgitarren zu einer treibenden Strophe und hymnischen Refrainzeilem. Trotzdem wären mehr Songs wie "Room 24" wünschenswert gewesen, das mit schwerem Metal-Intro, Horroratmosphäre und dem Gastgesang von Mercyful Fates King Diamond eine angenehm düstere Note einbringt. Zumal Volbeat mit dem Ex-Anthrax-Gitarristen Rob Caggiano das ideale Neumitglied gehabt hätten, um "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies" weniger beiläufig zu gestalten, als die Platte stellenweise klingt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 6.2/12

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