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0 Autor: Britta Helm

Thao With The Get Down Stay Down - We The Common

We The Common

Dankbar genug, um Mensch zu sein. Auf ihrem dritten Album huldigt Thao Nguyen dem Leben mit groovigem Folk.

Fünf Jahre nach dem munteren "We Brave Bee Stings And All" und drei nach dem übermütigen "Know Better Learn Faster" ist Nguyen, sagt sie, zur Ruhe gekommen, hat gelernt, sich mit sich selbst und den Menschen um sie herum zu arrangieren und sogar ausgesprochen dankbar für alles zu sein. Wie geht das musikalisch? Nun, schon mal nicht kontemplativ und ruhig und spirituell. Eher haben Thao With The Get Down Stay Down den Groove gefunden, der ihrem sehr folkigen Indierock das letzte bisschen Selbstverständlichkeit verpasst. Wer das treue Banjo, die Bläser und ganz schön jazzige Gitarren so fest auf dem Rhythmus hält, kommt so ziemlich mit allem klar. Da sind Trennungen auch einfach mal okay, hüpfende Refrains wichtiger als große Beschwerden und wir alle allen Junge-Leute-in-Städten-Problemen zum Trotz auch nur: Menschen. "We The Common" ist ein liebevolles Album, aber eher trocken als schleimig. Und Nguyen singt wie immer mit dieser trägen Stimme, die ein wenig klingt, als hinge ihr das lange Haar vor den Augen, und die in ihren trotzigsten Momenten ins Eiern gerät. Am schönsten ist das, wenn nach einer guten halben Stunde eigentlich alles gesagt ist zum Menschsein und seinen guten Seiten, und The Get Down Stay Down deshalb nichts anderes mehr einfällt, als einen langsamen Garagenwalzer herauszuholen. "Slowly we all lay down", singt Nguyen dazu immer wieder und mit Nachdruck, und damit ist klar, wie ab sofort alle ihre Konzerte aufhören werden. Dass sie ihr Publikum danach einfach auf dem klebrigen Boden liegen lässt, ist auch nur menschlich.

Bewertung: 9/12

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