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0 Autor: Daniel Gerhardt

Grandaddy - The Sophtware Slump (Deluxe Edition)

The Sophtware Slump (Deluxe Edition)

Radioheads Kid A bleibt der große Klassiker der Y2K-Paranoia und Technologie-Entfremdung. Grandaddy hatten fünf Monate vorher aber auch schon gute Ideen.

The Sophtware Slump war im Mai 2000 ihre zweite Platte, sie hatte Flugzeugabstürze im Booklet, Flugzeugabstürze im ersten Song, Roboter, die sich außer Dienst soffen, und das große Bedürfnis, den Grashalmen auf der nächsten Wiese beim Wachsen zuzugucken. Grandaddys Grundgemütlichkeit geriet also auch mit The Sophtware Slump nicht in Gefahr, obwohl es das ehrgeizigste ihrer vier Alben ist, komplett mit Interludes, sauber fließenden Übergängen und dem dreiteiligen, neunminütigen Opener He’s Simple, He’s Dumb, He’s The Pilot, der aus Grandaddys Discographie herausragt wie der Brocken aus dem Harz. Der Rest der Platte steht näher am US-Indierock der Jahrtausendwende, ist aber trauriger und gleichzeitig gespielt und gesungen mit typischer Grandaddy-Schlürfigkeit, bei der doch wieder alles klingt, als erfreute sich der extrabedröppelte Frontmann Jason Lytle am eigenen Zerfall und dem der Welt sowieso. Wäre The Sophtware Slump also ein Schauspieler, dann Bill Murray in Broken Flowers, und wäre das Album-Maskottchen Jed ein Roboter der Filmgeschichte, dann Wall-E, bevor der seine Alte kennengelernt hat. Ungewöhnlich: Auf The Sophtware Slump sind die langsamen Stücke noch besser als die mittellangsamen, erhabener, tröstlicher und noch zwei Stufen höher über den Dingen. Und unnötig: Die Bonus-CD der Deluxe Edition mit 19 B-Seiten, Demos und Songresten, die man sich einmal anhört und dann nie wieder, weil das unfertige Kassetten-Gerumpel The Sophtware Slump eher entzaubert als ergänzt.

Leserbewertung: 4.0/12

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