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0 Autor: Oliver Uschmann

The Offspring - Days Go By

Days Go By

Mehr Stadion war nie. Tatsache, nicht Wertung. The Offsprings neunte Platte ist ein saftiges, ausproduziertes Rockalbum für alle Lebenslagen.

Würden die letzten beiden Stücke das Album eröffnen, könnte man ihnen das Legen falscher Fährten vorwerfen. "Slim Pickens Does The Right Thing And Rides The Bomb To Hell" kratzt ein ultraklassisches Cali-Punk-Riff (irgendwo zwischen "Gotta Get Away" und Bad Religions "Along The Way") aus dem Asphalt des Sunset Boulevard, und "Dividing By Zero" trappelt nach vorne wie zu besten "Smash"-Tagen. Doch die Band ist so ehrlich, diese Songs im wahrsten Sinne des Wortes hinten an zu stellen. Vorne stattdessen: Eine Piano-Bridge gegen Ende des Openers, gebremst und balladesk. Der Titelsong ist eine aufgeräumte Midtempo-Hymne, als würden Bon Jovi "Everlong" neu interpretieren. "Cruising California (Bumpin’ In My Trunk)" spielt mit Mariachi-Trompeten, Scratching und Reggae-Anleihen und steht als Spaßvogelnummer wie ein Gelenk in der Mitte des Albums. Direkt danach schwingen in "Dirty Magic" die Basssaiten finster melodisch wie Erinnerungsfetzen an Nirvanas "Come As You Are". Dass The Offspring längst keine Kids mehr sind, die rohen Idolen wie TSOL nacheifern, ist offensichtlich. Sie spielen allerdings auch keinen Punkrock mehr wie Bad Religion, die stoisch einen Bildungsauftrag verfolgen oder wie Pennywise, die stoisch einem Stil nacheifern. Nirgends wird das deutlicher als auf dieser von Bob Rock in Breitwand produzierten Platte, deren größter Spalter "Hurting As One" sein wird. Mit dieser Vollblutballade könnten The Offspring trotz gelegentlicher Bratgitarre die Nachfolge von Snow Patrol bei der Titelsong-Bereitstellung für Grey’s Anatomy antreten.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 7.7/12

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