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0 Autor: Martin Iordanidis

Rush - Clockwork Angels

Clockwork Angels

Rush sind Ehrenbürger von Entenhausen. Die Daniel Düsentriebe des Prog weigern sich zu altern und bleiben zeitlos schillernde Charaktere. Ein gutes Leben, trotz Micky-Maus-Stimme.

Seit 1968 sind Geddy Lee, Alex Lifeson und Neil Peart mit ihrem Verständnis kompromissloser Musik erfolgreich unterwegs. Als der Unsterblichkeitstrank des Rock verteilt wurde, standen sie direkt neben Lemmy Kilmister – und fanden den kleinen Schluck aus der Pulle immer ganz okay. Wie alle echten Helden beantworten sie die Verneigungen von Fans und Fachwelt mit soliden bis sehr guten Alben. "Clockwork Angels" ist irgendetwas dazwischen. Rushs Hitkanonen, die zuletzt auf "Roll The Bones" (1991) wirklich effektiv abgefeuert wurden, entstauben die Kanadier hier nur für "Halo Effect" und "Caravan". Andere Versuche, die dichten Rockkompositionen mit packenden Hooks zu versehen, bleiben im Lauf stecken. "Clockwork Angels" punktet eher dann, wenn Rush hart und breitbeinig werden. "Wish Them Well" und "Seven Cities Of Gold" leben von Alex Lifesons schmissigen Gitarren und dickem Hardrock-Schinkenbrot wie vom Album "Vapor Trails". In das Gitarrenbrett von "BU2B" schnitzen Lifeson und der singende Bassist Geddy Lee eines der wenigen Skalen-Ornamente, die Hörer immer schon in Rush-Hasser und Prog-Nerds aufgeteilt haben. Es bleibt dabei und macht deshalb Spaß statt Kopfschmerzen. In "BU2B2" erlebt man außerdem einen der seltenen Momente, in denen Lees notorisch optimistischer Gesang so etwas wie Verzweiflung zum Ausdruck bringt. Rush bewegen sich dabei wie immer auf höchstem technischen Niveau – sie können gar ja nicht anders, wie Lee in "Caravan" zugibt: "I can't stop thinking big/ In this world I feel small/ But I can't stop thinking big."

Bewertung: 8/12

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