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0 Autor: André Bosse

Guided By Voices - Class Clown Spots A UFO

Class Clown Spots A UFO

Doppel-Rezension mit "Mouseman Cloud" von Robert Pollard.

Zwei neue Platten des Vielschreibers: Zoologisch geprägter Indierock für Papa unter eigenem Namen, unvernünftig zerschossener 60s- Kram mit der wiedervereinten Band.

Rund um die Fußballturniere sammeln Jungs und Mädels Bilder der Firma Panini. Auf die Frage, ob es denn sein müsse, sich auf die teure Jagd nach seltenen Stickern zu machen, hört man häufig die Antwort: „Ja, was soll ich denn sonst machen?“ Robert Pollard würde wohl ähnlich antworten, würde man ihn fragen, warum er im Dreimonatstakt neue Alben herausbringt. Die Bilanz des Frühsommers 2012: Eine Soloplatte und eine neue Guided-By-Voices-Platte – die zweite nach der Reunion. Das Soloalbum heißt "Mouseman Cloud" und bietet viel Material für die Playlist „Seltsame Lieder über Tiere“ – neben Mäuserichs Wolke besingt Pollard eine "Lizard Ladder" oder "Zen Mother Hen". Der beste Song heißt dann ausgerechnet "Human Zoo". Er dauert 47 Sekunden. Das reicht für Strophe und Refrain – und wer die öfter hören will, drückt eben auf Repeat. Interessant: Der Dosenbier-Indierock dieser Solo-Songs ist präziser gespielt als das chaotische Zeug der neuen Guided By Voices. Die Lust daran, akkurat zu spielen und zu produzieren, geht bei der Band gegen minus eins: Karrieretiefpunkt! Wer sagt, je zerstörter, desto besser, liegt mit "Class Clown Spots A UFO" genau richtig. Gängiger wird die Meinung sein, dass Pollard & Co. die kurze Euphorie ums Comeback mit diesen 21 Songs ausbremsen. Eine gute Nachricht noch für Menschen, die sich Guided By Voices auf Kuschelrock-LPs vorstellen können: Beatles-Überfan Tobin Sprout singt mehrere Lieder, das schönste heißt "Lost In Spaces". Dauer: 57 Sekunden.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 8.0/12

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