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0 Autor: Markus Hockenbrink

The Mountain Goats - All Eternals Deck

All Eternals Deck

John Darnielle macht wieder mal sein bestes Album. Newcomer werden in der Geisterbahn begrüßt.

Die Mountain Goats sind eine dieser Bands, für die Gehörlosigkeit keinen Stachel mehr hat. Wenn es mit dem Songsschreiben eines Tages nicht mehr hinhaut, gibt es eben Gedichte, auch wenn der Zeitpunkt im Moment schlecht gewählt wäre. "All Eternals Deck" ist nämlich mal wieder eine eher ruhige Platte geworden, auf der Darnielle die Musik arrangiert wie Bühnenlicht, das die Texte beleuchtet. Der Winkel ist perfekt diesmal, und auch eine übergreifende Thematik hat der Autor im Sinn: das Okkulte in all seinen Spielarten, minus das, was Morbid Angel bereits vertont haben. Schon die Songtitel klingen wie biblische Plagen: "Birth Of Serpents", "High Hawk Season", "Prowl Great Cain". Und dann wäre da noch "The Autopsy Garland", mit der schönen Zeile "You don’t want to see these guys/ Without their masks on." Natürlich steigert sich Darnielle nicht in die Schockwerte seiner feinen Stücke hinein, sondern macht sich aus ihrem nachtschwarzen Samt ein schönes Gewand. Alles ist doppelbödig in seinem Reich, das sich zu gleichen Teilen aus Realität und Phantasie zusammensetzt und hübsche Bilder für das Grenzgebiet findet. Darnielles Stimme kommt dabei die Aufgabe eines Glühwürmchens zu, das die Hörerexpedition durch den dunklen Dschungel lotst. Der Typ ist nämlich keiner, der sein Publikum mit apokalyptischen Visionen quält, um im genreübergreifenden Schwanzvergleich gegen irgendeinen Grufti zu gewinnen. "All Eternals Deck" zeigt stattdessen, dass literarischer Indierock und die Beschäftigung damit schon von sich aus eine lebensbejahende Erfahrung sein kann.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 7.0/12

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