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Limp Bizkit - Gold Cobra

Gold Cobra
  • VÖ: 24.06.2011
  • Label: Interscope (Universal)
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 221

Vier-Ohren-Test.

Es klingt, als wäre kein Tag vergangen seit damals. Limp Bizkit lassen es noch immer herrlich krachen. Der Nachteil am Aufwachsen in den 90ern: Man verfällt nach ein paar Fuck-Yous sofort dem alten Crossover-Shit. "Gold Cobra" ist zwar nicht das beste Limp-Bizkit-Album, aber in gewohnt alter Manier ein direkter Tritt in die Fresse. Die Typen klingen hier vielleicht nicht ganz so gut wie auf "Chocolate Starfish", aber vergleichbar. Der Sound ist der alte, DJ Lethal scratcht sich durch die Platte, die tiefen Mörder-Bässe und die Wes Borlands Trademark-Riffs reißen alles mit sich. Da bricht sich die Nostalgie Bahn. „Get a life, get a muthafuckin’ life/ You don’t wanna see what I can do with a knife/ You don’t wanna be my enemy I promise you” – das sind die Songtexte, die einen schon bei Songs wie "Break Stuff" durch schlechte Tage gebracht haben, ohne Leichen zu hinterlassen. Denn das erledigen Limp Bizkit für einen. Älter sind die Herren um Fred Durst anscheinend nicht geworden, es dröhnt, flowt und bockt wie vor zehn Jahren und die Schminke von Weirdo Borland sitzt wie, äh... angegossen. Bei "Bring It Back", "Autotunage" und "Why Try" fliegt einem das zerfetzte Trommelfell aus den Ohren. Man will gar nicht wissen, was gewesen wäre, wenn Limp Bizkit auf die Idee gekommen wären, etwas Neues auszuprobieren, wie all die anderen Bands (siehe: Dredg, Incubus), die damit ziemlich auf der Schnauze landen.
8/12 kathrin hein

Same Shit, Different Decade. Limp Bizkit „melden sich zurück“. Diese Promofloskel passt endlich mal. Und zwar für eine Band, deren Artverwandte nicht in erster Linie Staind und Korn sind, sondern Neurodermitis und der Schulrowdy. Die feiern kein Comeback, die melden sich zurück: Große Pause ist um, her mit dem Milchgeld. "Gold Cobra" ist ein Versuch räuberischer Erpressung, der ein Zeitportal von 1999 nach jetzt gefunden hat. Wie kaum eine andere Mainstream-Band haben Limp Bizkit immer all das infrage gestellt, wofür Rockmusik idealerweise stehen sollte, und es durch ihre eigene Vision ersetzt: ein diffuses Wir-gegen-alle-Gefühl zwischen Larmoyanz und Aggression, abgekocht in Humorlosigkeit und Monotonie. In dieser Hinsicht kann man an ihrem neuen Album zumindest eine Art von Standhaftigkeit bewundern. Auch Punks und Metaller können endlos über den Wert von Hass als kreative Triebfeder referieren. Rap-Rock, wie Fred Durst es nennt, muss das perfekte Vehikel für ein solches Unternehmen sein, und zumindest sein wehleidiges Eunuchen-Organ hat die Zeit intakt überstanden. Genau wie Marilyn Mansons treffende Einschätzung von damals: „Die analphabetischen Affen, die euch in der Highschool als Schwuchteln bezeichnet und verprügelt haben, verkaufen euch jetzt melodielose Testosteronhymnen voller Frauenfeindlichkeit und gebären sich wie Außenseiter in einer Welt, in die sie doch nur hineingeboren wurden, um ihre blöden Adidas-Uniformen vorzuführen.“
2/12 markus hockenbrink

Leserbewertung: 8.0/12

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Kommentare (3)

Avatar von voteforsoad voteforsoad 30.06.2011 | 21:44

für mich ein sehr gutes Comeback

Avatar von Hiro-Protagonist Hiro-Protagonist 01.07.2011 | 20:09

Ich brauchte ein wenig, aber mittlerweile eine schöne Scheibe! Ich finde das an einigen Stellen die Songs echt super sind, aber durch etwas Platte Refrain an Stärke verlieren. Aber ich freue mich auf das LB Comeback und habe auch nicht ,das hier eine Scheibe wie: Significant Other auf mich wartet. Dennoch schönes Werk, Danke Mr Dust! :)

Avatar von el marvo el marvo 05.12.2011 | 18:03

Ich will die Jahre eigentlich gar nicht mehr Zählen, aber die letzte Scheibe war The Unquestionable Truth Part 1. im Jahr 2005. Für mich eigentlich eine EP und niemals den Preis eines ganzen Albums wert.
Das ist nun aber alles Schnee von Gestern und seit diesem Sommer läuft bei mir die Goldene Cobra in Dauerrotation. Besser hätte das Comeback-Album von LB nicht ausfallen können. Laut Wikipedia wurden zwar nur 60.000 Exemplare verkauft, was einen bei den allgemein zurückgehenden Verkäufen allerdings nicht weiter wundern darf. Außerdem wurden laut LB mit dem Album die Hardcore Fans beglückt, von denen es besonders in Deutschland einige gibt.

Die Deluxe Edt. von Gold Cobra bekommt von mir 9/ 12 Punkten, da die Bonustitel meiner Meinung nach in die Tonne gehören.
Wenn man von diesen aber mal absieht, finden sich Songs wie "Bring It Back", "Get A Life", "Shotgun", Douche Bag", die meiner Meinung nach schlichtweg genial sind. Alles 10 Kandidaten.
Aber auch die restlichen Titel wie zum Beispiel "Why Try", "Autotunage" und "Walking Away" haben mich einfach überzeugt.

Ich bin glücklich, die Fans sind Glücklich und die Band hoffentlich auch.
Man darf gespannt sein, wie es mit LB nun weitergeht, nach dem sie sich von ihrer Plattenfirma Interscope getrennt haben.

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