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0 Autor: Roman Pitone

Alain Johannes - Spark

Spark

Als auf dem diesjährigen Area4 das Programm am Freitag losging, dürften sich viele Anwesende gefragt haben, wer dieser Typ mit der viereckigen Holzgitarre ist.

Alain Johannes ist ein sehr umtriebiger Musiker, aber er hat es nie geschafft, aus der zweiten Reihe hervorzutreten. Er war immer Mietmusiker, Produzent, Engineer oder Mixer für Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Live, Chris Cornell und unzählige andere berühmte Musiker. Seine eindrucksvollste Arbeit lieferte er aber mit den Alben seiner eigenen Band ab. Eleven haben Zeit ihres Bestehens niemals die Beachtung gefunden, die sie eigentlich verdient gehabt hätten. Ihr sperriger Alternative-Rock mit unverwechselbarer Gitarrenarbeit und einer der besten Frauenstimmen in der Rockmusik ist nur schwer mit anderen Genrebands zu vergleichen. Diese Frauenstimme gehörte Johannes' Frau Natasha, im Juli 2008 verstarb sie an Krebs, was das Ende der innovativen Ausnahmeband bedeutete. Johannes' nun vorliegendes erstes Soloalbum behandelt ausschließlich diesen Verlust. Natürlich spielt er alle Instrumente selbst, wobei er sich hier hauptsächlich auf eine Art übergroße, viereckige Ukulele konzentriert. "Spark" ist kitschig, schnulzig, besteht nahezu ausschließlich aus Balladen und ist dabei überhaupt nicht peinlich, sondern unfassbar traurig. Bei der Intensität, mit der Johannes Text und Musik miteinander verbindet, fühlt man sich häufig an die bodenlose Traurigkeit von Eddie Vedders "Into The Wild" erinnert, mit dem man "Spark" durchaus vergleichen kann. Wie passend, dass Johannes auf dem Area4 anmerkte, dass er und der Pearl Jam-Sänger über eine gemeinsame Tour nachdenken.

Bewertung: 9/12

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