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0 Autor: Jörg Staude

Eddie Vedder - Into The Wild

Into The Wild

Ein Soundtrack als Solodebüt. Es gibt einfachere Wege, sich zu emanzipieren. Wenn man will. Vedder scheint es egal zu sein, er möchte als Dichter ernst genommen werden.

Der erste Eindruck täuscht selten: Ohne den Film und dessen Inhalt zu kennen, macht diese Platte keinen Sinn. "Into The Wild" ist ein Sean-Penn-Film (Hauptrolle: Emile Hirsch), basierend auf einer wahren Geschichte: Christopher J. McCandless, 24, Uniabsolvent, verhungert in Alaska; nachdem er zuvor alle seine Ersparnisse gespendet und sich unter dem Pseudonym "Alexander Supertramp" durch mehrere US-Bundesstaaten geschlagen hatte, weil er keinen Sinn in der materialistischen Lebensweise seiner Landsleute sah. Kein Wunder also, dass Vedder (eng mit Penn befreundet) sich bereit erklärte, diesen Film musikalisch zu untermalen. Genau in diesem Kontext machen die melancholischen, teils introvertierten Stücke Sinn. Vedders Hang zum Dramatischen kommt hier voll zum Tragen, die Single "Hard Sun" (ein Cover von Indio aus dem Jahr 1989, mit Corin Tucker von Sleater-Kinney) und "Society" (ein Song des irisch-amerikanischen Songwriters Jerry Hannan) interpretiert er souverän wie Eigengewächse. Es soll Menschen geben, die würden Hörbücher von Vedder kaufen, und für die ist diese Platte natürlich ein inneres Erdbeeressen. Alle anderen haben Pearl Jam seit "Vitalogy" nicht mehr verstanden und werden deswegen auch an dieser Herausforderung scheitern oder sie nicht annehmen wollen.

Leserbewertung: 10.9/12

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