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0 Autor: Oliver Uschmann

Buffalo Tom - Skins

Skins

Diese Band spielt uramerikanischen Indierock weiterhin mit einer gelassenen Größe, die ihresgleichen sucht.

Es ist eine Sauerei. Drei Euro! Das ist der höchste Preis, zu dem Buffalo Toms sechstes Album "Smitten" in den Gebrauchtwarenläden verkauft wird. Mark Medlock bringt es auf vier Euro. Eine Sauerei, denn die schwächste Platte dieser Band ist immer noch ein Kulturgut. Buffalo Tom sind seit 1986 die Verkörperung eines Indierock, der die ganze melancholische Landstraßenromantik aufnimmt, ohne dabei kitschig zu werden. Der Gesang von Bill Janovitz ist das pure Fernweh, Tom Maginnis Schlagzeug rumpelt effizient, und die Gitarren perlen, schrammeln und schreien immer exakt in dem Maße, dass es schroff genug ist, der Greyhound-Überlandbus Staubflecken kriegt, die Aussicht aber dennoch einmalig schön bleibt.

Ihr zehntes Album Skins beginnen Buffalo Tom mit "Arise", Watch überraschend lärmig, doch schon Down fließt ganz klassisch dahin, bevor Janovitz in "Don’t Forget Me" gemeinsam mit Tanya Donelly zu gezupften Saiten und Besenschlagzeug eine wunderschön behutsame Ballade in die Landschaft shuffelt. Skins zeigt mit jedem Ton, den gelegentlich auch Geige und Mandoline hinzufügen, dass Buffalo Tom zwar damals in den 80ern unter der Produzentenschaft von Dinosaur Jr.s J Mascis als Spielmacher des krachigen Collegerock gestartet sind, im Vergleich zu dessen ungleich knurrigerer Band allerdings eine Musik machen, die heute auch jeder charmanten Romantic Comedy bei der letzten Aufblende zum Abspann behilflich sein könnte. In diesem Fall ist das ein Lob. Und Ausdruck der Hoffnung, Skins möge auch in zehn Jahren noch mindestens acht Euro kosten.

Leserbewertung: 9.2/12

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