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Iron Maiden - The Final Frontier

The Final Frontier

Die britische Metal-Institution veröffentlicht im Herbst ihrer Karriere ihr bestes Album seit 22 Jahren.

Wenn Plauk, Mayer und ich die Vorfreude auf das neue Album nutzen, um einen Abend lang über Iron Maiden zu sinnieren, sagt das viel über die Bedeutung der Band aus.

Ahnungslose mögen das Metal-Mutterschiff konstant im schamesroten Bereich von infantilen Peinlichkeiten wähnen. Richtig ist, dass Maiden in den 80ern hinsichtlich Musik, Coverartworks und Live-Auftritten eine unerreichte Elite waren, die zwischen 1980 ("Iron Maiden") und 1987 ("Somewhere In Time") mal eben sechs Genre-Klassiker am Stück veröffentlichte und 1988 mit "Seventh Son Of A Seventh Son" eine immerhin noch gute Platte folgen ließ – wer bietet mehr? Eben.

Im Anschluss sollte es jedoch 18 Jahre und einige unwürdige Platten dauern, bis die Band zurück in die Spur fand und mit dem ausgeklügelten "A Matter Of Life And Death" noch gerade die Kurve kratzte. "The Final Frontier" schließt sich dem nahtlos an, und das verspielte, progressive Element – schon immer ein bandeigenes Trademark, das Maiden von anderen Vertretern der Zunft abgrenzte – ist dabei präsenter denn je. Fast scheint es, als wollten sie beweisen, dass sie nach wie vor ambitioniert sind, und ja: Immer, wenn sich die Band in filigranen, notendurchzogenen Rhythmen berauscht wie in "Isle Of Avalon", "Talisman" oder "The Man Who Would Be King", funktioniert das sehr, sehr gut. Während die Gitarristen Adrian Smith und Dave Murray dabei mehrere Sternstunden erleben, ist es ausgerechnet Bruce Dickinsons Gesang, der phasenweise aufgibt – trotz einiger toller Gesangsmelodien bewegt er sich zu häufig in hohen Tonlagen. Die bemerkenswerte Bandbreite seiner Stimme bleibt dabei leider ein wenig auf der Strecke.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.5/12

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Kommentare (9)

Avatar von PITCHER PITCHER 11.08.2010 | 20:40

Früher habe ich mir mal vorgenommen, wenn Visions mal alt wird und anfängt Dorfspacko-Metalbands ins Heft zu nehmen, nehme ich hier meinen Hut....jetzt siehts langsam ganz danach aus...

Avatar von Go Ahead Eagle Go Ahead Eagle 12.08.2010 | 08:20

Schau doch mal nach rechts.
"Mehr Platten von Iron Maiden"
Die erste Rezi gabs bereits in Visions 9!
Und die tauchten immer und immer wieder im Heft auf.

Avatar von NCMA NCMA 12.08.2010 | 10:26

Wer Maiden wirklich als Dorfspacko Metalband bezeichnet, sollte wirklich seinen Hut nehmen und mal nachforschen wieviel seiner Lieblingsbands nicht auch durch Maiden beeinflusst wurden.

Avatar von melopunk melopunk 12.08.2010 | 14:39

also es ist ja lächerlich IM als dorfspackoband zu titulieren (!); würde mal sagen, das ist ein eigentor! einfach mal keine ahnung. selbst wenn es ein grottenschlechtes oder nur rein durchschnittliches album sein sollte, verlangt die relevanz einer band wie Iron Maiden zumindest eine besprechung oder plattenkritik. nur leider passiert das iron maiden so verdammt selten.
für den geneigten leser um die 20 vielleicht mal 'ne history, ansonsten lhol dir 'ne poprocky!

Avatar von PITCHER PITCHER 12.08.2010 | 15:10

Um die 20? Schön wärs.. Bin so meine Favs mal durchgegangen und hab kritisch nach Maiden-Einflüssen geforscht..nix!
Relevanz wird je nach Standpunkt neben Maiden auch M. Jackson oder ABBA unterstellt..was die drei in einem (ehemaligen) Alternativ-Journal zu suchen haben? Keine Ahnung...

Avatar von -pmh- -pmh- 14.08.2010 | 10:15

super idee eine ungehörte cd einer hartmetallischen (!) rentertruppe (!!) zum "album der woche" zu ernennen. damit untergrabt ihr eure glaubwürdigkeit mit riesenschritten ... nix gegen maiden (früher waren die ganz gross, auch für mich) aber gibts nichts besseres im sommerloch-angebot ?? zb die neue von mark lanegan & isobell campbell ? ;)

Avatar von Gauqler Gauqler 15.08.2010 | 10:54

an einigen Kommentaren merke ich, dass ich mit meinen 34 Jahren dann auch schon zum alten Eisen gehöre. Ich bin mit Bands wie Maiden, Deep Purple oder Rainbow an die Rockmusik geraten und könnte mich ohne sie heute nicht für Bands wie Radiohead, Porcupine Tree oder auch aktuell The National und Broken Bells begeistern.

Allerdings brauche ich immer wieder die Rückbesinnung zu meinen "musikalischen Wurzeln", um neue Sachen zu entdecken und gut finden zu können. Ganz nebenbei freue ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn einer meiner alten Helden mal wieder ein neues Album auf den Markt wirft, vor allem, wenn es so ein gelungenes ist, wie das Neue von Maiden.

Ich könnte mir somit vorstellen, dass es dem ein oder anderen Redakteur der Visions ähnlich geht. Was ist also so dramatisch, wenn ein Magazin wie die Visions mal eine Rezension von so einer Band verfasst und auch mal so eine Platte als Album der Woche betitelt? Man kann eine Meinung, mit der man selber nicht einverstanden ist, auch einfach mal mit Ignoranz strafen...

Avatar von Gauqler Gauqler 15.08.2010 | 11:02

Mark Lanegan hat ne neue raus? Why the hell ist mir das entgangen? Danke für den Kommentar - ich muss wohl mal wieder meinen Einkaufszettel erweitern... ;)

Avatar von thegauntlet thegauntlet 19.08.2010 | 11:52

Wenn jetzt die Visions-leser schon nicht mehr offen genug sind auch mal nen Hauch über den Tellerrand der Musikgrenzen zu blicken, dann weiß ich's auch nicht mehr.

Nach 3, 4 Umdrehungen: Prima Platte, wie von Maiden zu erwarten. Bezweifle dass genau in dieser Woche 'ne bessere rausgekommen ist.

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