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0 Autor: Wolf Kampmann

Bohren & Der Club Of Gore - Sunset Mission

Sunset Mission

Slow, slower, Bohren. Die merkwürdigen Mülheimer ergehen sich abermals in tonnenschweren, breitwandigen Jazz-Eskapaden.
Wieder einer dieser Soundtracks ohne Film. Die Rezeptur zu diesem Album könnte unmittelbar von Gerry Mulligans „Night Lights“ übernommen sein - nur dass die Aufnahmen dieses innovativsten Cool Jazz-Werks aller Zeiten fast vierzig Jahre zurückliegen. Drei Jahre hat die Band aus Mülheim an der Ruhr an diesem stimmungsheischenden Panorama-Gemälde gearbeitet. Diffuse Saxophon-Schwaden ziehen sich durch undurchdringlichen Streicher-Nebel, im Hintergrund tappert ein Schlagzeug im verklemmten Trott eines allnächtlichen Triebtäters, der nie zum Zuge kommt. Auch wenn oder gerade weil in der Musik eigentlich fast nichts passiert, außer dass sie eben da ist, legt sich der tonnenschwere Sound der Band spätestens nach drei Songs aufs Gemüt: Verglichen mit Bohren & Der Club Of Gore sind die Walkabouts eine unbeschwerte Party-Band. Ob man sich das antun möchte, ist natürlich Geschmackssache. Der Vorwurf, „Sunset Mission“ sei gähnend langweilig, ist durchaus verständlich, dazu muss allerdings angemerkt werden, dass man das Album wirklich als Filmmusik betrachten sollte. Bleibt eigentlich nur die Frage offen: Wann werden Wim Wenders oder David Lynch auf die Mühlheimer stoßen, damit sie endlich einmal eine Rahmenhandlung für ihre düsteren Klänge finden?

Bewertung: 8/12

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