Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Jens Mayer

Captain Planet - Inselwissen

Inselwissen

Punkenergie mit Indiegemüt – oder doch umgekehrt?

Eigentlich auch egal. Schließlich sind die Hamburger ihr eigener Planet. Und auf diesem tourt die Band fleißig seit 2003 und sammelt unermüdlich neue Anhänger ein. Ob mit der Bandhymne Baumhaus von der Unterm Pflaster der Strand-EP oder dem vor zwei Jahren erschienenen Debüt Wasser kommt, Wasser geht – es werden immer mehr. Und keine Frage, auch mit Inselwissen wird sich der Freundeskreis von Captain Planet wieder vergrößern. Die Kombination aus treibendem, klarem Postpunk, persönlichen Texten zwischen Melancholie und Aufbruch und mitreißenden Refrains wie im Opener Walbaby oder in Blattsport wird dafür sorgen. Was Sänger Jan Arne da meist leicht gehetzt erzählt, sind persönliche Geschichten und Betrachtungen, immer nah dran am Alltag, aber nie banal. Kleine Wahrheiten unserer Lebenswelt, ohne sich anzubiedern oder in Gefühlsduselei abzudriften. Sie verweigern sich auch weiterhin der großen Geste, dem Pathos, den alles und jeden umarmenden Melodien, bewahren sich auch weiterhin Ecken und Kanten. So wird Captain Planet auch mit Inselwissen nicht so etwas wie der „große Durchbruch“ gelingen – was gut ist, weil ihnen ja sonst nur irgendwelche Schlaumeier unterstellen würden, sie hätten es drauf angelegt. Lieber bleiben sie eine Band, die sich ihr Publikum stetig und konstant erspielt, die auf dem kleinen Liebhaber-Label Unterm Durchschnitt von Platte zu Platte wachsen und gedeihen kann. Anders würde das bei ihnen sicher nicht funktionieren. Denn schließlich hat auch ihr Namenspate gewusst, dass eine plötzliche Bevölkerungsexplosion den Lebensraum schnell zerstören kann. Deswegen lautet die Devise auch mit Inselwissen weiterhin: natürliches Wachstum.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.2/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.