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0 Autor: Roman Pitone

Marilyn Manson - The High End Of Low

The High End Of Low
  • VÖ: 22.05.2009
  • Label: Interscope / Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 195

Der Narziss verliert sich in seiner Selbstverliebtheit und dreht sich fortan nur noch um sich selbst. Marilyn Manson nutzt sich immer mehr ab.

Das letzte Album „Eat Me Drink Me“ ist gut, unter anderem, weil Manson sich wieder mal etwas traute. Ähnlich war es damals 1998 bei „Mechanical Animals“, als er sich vom Sound und Konzept seines Durchbruchalbums „Antichrist Superstar“ entfernte und sein „Ziggy Stardust“ machte. In beiden Fällen zeigte das Ergebnis seine Verehrung für David Bowie. Wie nun deutlich wird, ist auch in beiden Fällen der Nachfolger ähnlich. Manson greift wieder zurück auf Altbekanntes, auf Altbewährtes und versucht zum wiederholten Male „Antichrist Superstar“ zu klonen. Was „Holy Wood“ schon andeute und was bei „The Golden Age Of Grotesque“ sehr deutlich wurde, wird bei „The High End Of Low“ zur Gewissheit: Der „klassische“, provozierende und aggressive Marilyn Manson nutzt sich ab. Die Zeiten, in denen er die Öffentlichkeit mit seinen provokanten und gewagten Texten und speziell seinen Liveauftritten schockieren konnte, sind vorbei. Und obwohl er immer dann am überzeugendsten war, wenn er aus seinen altbewährten Mustern ausbrach, zieht es ihn ständig zurück zum eigens kreierten Klischee des Schock-Rockers – und somit auch zu „Antichrist Superstar“. Das große Problem ist nur, dass man das mittlerweile alles von ihm schon besser gehört hat. Zu allem Überfluss fehlt ihm auf „The High End Of Low“ ein Mitstreiter, wie es John 5 oder Tim Skold waren, die es trotz der ausgelutschten Konzepte ihres Arbeitgebers immer wieder schafften, mit ansprechender Arbeit an ihren Instrumenten zu überzeugen. Zwar ist mit Twiggy Ramirez so etwas wie Mansons verlorener Sohn zurückgekehrt, aber auch der kann ihn offenbar nicht davon abhalten, sich in seinen eigenen Klischees zu suhlen. Mittlerweile nur noch nervig sind Mansons „Liebe tut weh und wenn du mich verlässt, musst du sterben“-Texte, die auf diesem Album nahezu Überhand nehmen. Die Lücken füllt er mit den üblichen Gesellschaftsabgesängen und Aufrührerrockern, die aber nie die Qualität von zum Beispiel „Irresponsible Hate Anthem“ erreichen. Bleibt abzuwarten, was ihm für die Liveshows noch einfällt, nachdem auch hier zuletzt auf Altbewährtes setzte. Zum wiederholten Male präsentierte er sich auf der Bühne mit seiner bislang provokantesten, aber eben auch schon relativ angestaubten Nazi-Parteitags-Show. Wie eingangs erwähnt – Mr. Warner dreht sich um sich selbst. Anspieltipp Four Rusted Horses

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 5.0/12

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