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0 Autor: Oliver Uschmann

Flogging Molly - Float

Float

Diese behagliche bis hektische Mixtur aus Folk und Punk bildet in der Musikwelt eine Parallelgesellschaft. Jetzt sind ihre Türen offener denn je.

Bands wie Flogging Molly stehen außerhalb der Debatte. Sie sind kein Teil irgendeiner Bewegung, die mehr wollte als ihr eigenes Fortbestehen. Sie lassen sich nicht mit Maßstäben diskutieren, die außerhalb ihrer kleinen Welt liegen. Sie sind aber auch nicht tapfer, bloß weil sie "ihren Stiefel durchziehen", eines der dämlichsten Argumente in Bezug auf vermeintliches Außenseitertum, wenn dieser Stiefel so eindeutig und ungebrochen auf die Zielgruppenfüße passt. So darf sich "Float" jeder anziehen, der etwas für rustikale Männermusik zwischen Celtic Folk und Piratenkneipe übrig hat, die sich einerseits in hyperaktivem Getrappel inklusive Geige, Banjo und Quetschkommode und andererseits in melancholischen Melodien gefällt, zu denen man mit feuchten Augen auf die Tischplatte hauen, sich kurz selbst bemitleiden und dann trotzig den Kelch in die Höhe reißen kann. Partysound für Verwundete, die ihre Narben lieben. Anders als früher hat die Band mit Ryan Hewitt als Produzent ihr bislang wärmstes Klangbild geschaffen und sich darum bemüht, diese Bar nun auch für neue Gäste zugänglicher zu machen. Auf dem Tisch in der Schenke finden sich laut Coverfoto Biergläser, Fidel und eine schwarze Katze, aber kein Aschenbecher mehr. In Irland ist schon länger Rauchverbot. Wer bisher hierbei Atemnot bekam, ist fortan willkommen.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 12.0/12

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