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0 Autor: Jörg Staude

Stone Sour - Come What(ever) May

Come What(ever) May

Auch die schlimmsten Schreihälse wollen ernst genommen werden: Slipknots #8 Corey Taylor macht sogar vor Springsteen-Pathos nicht Halt.

Irgendwann gegen Ende des letzten Songs "Zzyzx Rd." – James Root (Slipknots # 4) dudelt ein Gitarrensolo, bei dem man Make-Up und Minipli förmlich sehen kann –, sagt meine Freundin zu mir: "Das ist aber eine schöne Platte." Solche Sätze möchte man(n) nicht hören. Heavy Metal ist Männersache und genau wie Fußball nichts für Frauen. Bin wohl ein paar Jahre zu spät und hab das gender mainstreaming verpasst. Oder was passiert hier? Die zweite Platte von Stone Sour, der Band vor Slipknot, ist facetten- und variantenreich, bietet sowohl New-Metal-, Alternative-, als auch Classic-Rock-Fans genug und hat dadurch den Vorteil, nicht langweilig zu werden. Vielleicht ist das das "Schöne"? Plus die Erkenntnis: "Bother" war kein Betriebsunfall, sondern Absicht. Denn "Through Glass" ist die Fortsetzung, bezirzt wunderschön atmosphärisch, ohne Kitsch. Und "Made Of Scars" ist die Single: hart rockend, Hang zum Klimax – Taylor und Root (übrigens mit Neu-Drummer Roy Mayorga; Ex-Soulfly) haben den Mut, einen weiten Schritt zur Zugänglichkeit zu gehen. Kommerziell ist das nicht, sondern ein Zeichen von Reife, Vorliebe und Selbstbewusstsein. Das zum Thema Pathos.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12

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