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0 Autor: Dirk Siepe

Soundgarden - Badmotorfinger (Platten der Neunziger)

Badmotorfinger (Platten der Neunziger)
  • VÖ: 08.10.1991
  • Label: A&M
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 82 - Schönheit der Ausgabe

Soundgarden sind als Band ein Klassiker der Neunziger, ein in den späten Achzigern wurzelndes Gesamtkunstwerk, das bis zur Auflösung keine wirklichen Tiefpunkte erleben musste.

Warum also ausgerechnet diese Platte der Seattle-Ikonen? Nun, warum nicht? Das von Terry Date furztrocken produzierte dritte Album bringt die Pracht und Kraft von Soundgarden auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Was sich auf den ungeschliffenen ersten Lebenszeichen wie "Ultramega OK" und "Louder Than Love" schon an songwriterischer Klasse angedeutet hatte, war jetzt zu einem Höchstmaß an Perfektion gereift. Da ist einerseits das feine Gespür für Melodien, die einem das Gehirn waschen und die Ohren nach Songs wie "Jesus Christ Pose" oder dem später von Johnny Cash geadelten "Rusty Cage" süchtig machen. Und dann sind da die fies zähen Brocken namens "Slaves & Bulldozers", "Outshined" und "Somewhere". Dass Soundgarden zudem die Kunst beherrschen, kurz, schnell und wütend auf kleinstem Raum zu rocken, beweisen sie mit "Face Pollution" oder "Drawing Flies", und ganz nebenbei zeigen sie mit "Holy Water" noch, dass Pathos nicht immer gleich peinlich klingen muss. Sie sind zwar mit den nicht minder grandiosen Nachfolgern "Superunknown" und "Down On The Upside" in mancherlei Hinsicht noch besser geworden, aber so hungrig, so kompakt und auf den Punkt hat man Chris Cornell, Kim Thayil, Matt Cameron und Ben Shepherd danach nie wieder erlebt. In dieser Form werde ich die Band auch im nächsten Jahrtausend noch vermissen.

Leserbewertung: 10.5/12

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