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15.04.2020 | 17:10 1 Autor: Gerrit Köppl RSS Feed

Corona-Krise: Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten, erste Festivals sagen ab

News 30761

Foto: Rock am Ring (Symbolbild)

Die Bundesregierung und Länder haben sich in ihren heutigen Beratungen auf Lockerungen, aber auch Erweiterungen der Sicherheitsmaßnahmen wegen der Corona-Krise geeinigt. Während Geschäfte und Schulen schrittweise wieder öffnen sollen, werden Großveranstaltungen für längere Zeit verboten bleiben - über die Details muss jedoch noch entschieden werden.

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung und die Tagesschau, beziehen sich auf eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur. Da heißt es:

"Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden - auch Fußballspiele sind davon betroffen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz auf dieses prinzipielle Verbot. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden."

Der Tagesspiegel schreibt: "Vom Verbot betroffen seien unter anderem größere Konzerte, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen. Diese Einschränkung trage effektiv zur Eindämmung des Corona-Virus bei und sorge zugleich für dringend notwendige Klarheit für Veranstalter, darunter viele Vereine, hieß es."

Inzwischen hat die Bundesregierung den Wortlaut des Beschlusses über ihre Webseite geteilt: "Großveranstaltungen spielen in der Infektionsdynamik eine große Rolle, deshalb bleiben diese mindestens bis zum 31. August 2020 untersagt." Über die Details, was nun als Großveranstaltung gilt und deshalb nicht stattfinden darf, müssen nun zunächst die einzelnen Länder entscheiden - festgelegt worden sei in den heutigen Beratungen noch nichts. Über Stellungnahmen von Festivals, die bis zum 31. August stattfinden sollen, halten wir euch auf dem Laufenden. (Update 16.04.: Eine Übersicht über weitere abgesagte Festivals findet ihr nun in unserem Folgebeitrag.)

Das Juicy Beats etwa meldete sich schnell zu Wort: Wegen der Entscheidung werde das Dortmunder Open Air am 24. und 25. Juli 2020 nicht stattfinden, doch es gebe einen Plan B, zu dem in den kommenden Tagen weitere Infos folgen sollen. Findet das Statement im Facebook-Post unten. Das Summer Breeze meldete sich ebenfalls mit einem Statement, in dem es aber um etwas Zeit bat, die Neuigkeiten zu verarbeiten und entsprechende Schritte einzuleiten, welche das nun auch sein werden. Auch das betroffene Green Juice Festival will sich bis zur nächsten Woche Zeit nehmen, um dann seinen "Masterplan" präsentieren zu können.

Das Ruhrpott Rodeo gab kurz nach Bekanntwerden der Nachrichten seine Absage bekannt: "Tränen weg gewischt und hier der Blick nach vorne: Das nächste Ruhrpott Rodeo findet statt vom 2. bis zum 4. Juli 2021, die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit für nächstes Jahr!"

In Belgien wurden heute ähnliche Entscheidungen getroffen und führten zu direkten Konsequenzen: Soeben gaben sowohl das Rock Werchter als auch das Graspop Metal Meeting ihre Absage beziehungsweise die "Verschiebung" ins nächste Jahr bekannt, wo Festivals möglicherweise wieder zu den ohnehin geplanten Terminen stattfinden könnten. Auch das Dour Festival ist gecancelt, weil bis Ende August keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen.

Facebook-Post: Juicy Beats sagt ab

Facebook-Post: Summer Breeze bittet um Geduld

Facebook-Post: Green Juice arbeitet an Masterplan

Facebook-Post: Ruhrpott Rodeo sagt ab und bittet um Support

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Kommentare (1)

Avatar von Johan Pauly Johan Pauly 16.04.2020 | 06:35

Ich befürchte, das ist noch nicht "das Ende der Fahnenstange"!
Da nach Meinung vieler Experten (nicht selbsternannte YouTubexperten) allgemein im Hochsommer (Juli und August) mit einer starken Abschwächung der Ansteckungsgefahr gerechnet wird - und zum Herbst hin, über den ganzen Winter bis zum Frühjahr wieder mit einem starken Anstieg zu rechnen ist, befürchte ich eine Ausweitung der "Maßnahme" bzw. des Verbots bis mindestens 31.12.2020 - eher noch darüber hinaus (31.03.2021). Im schlimmsten Falle werden die - bis jetzt noch utopisch erscheinenden - Befürchtungen mit "frühestens Herbst 2021" oder sogar Frühjahr 2022 Wirklichkeit.
Jedenfalls wird sich der Staat da so einiges einfallen lassen müssen, denn dieses Verbot wird einiges an Existenzen und Arbeitsplätzen kosten - und das nicht nur direkt im Veranstaltungsbereich. Die Auswirkungen werden viele Milliarden Euro kosten. Und es wird sicherlich Streit geben. So wie jetzt schon Leute sagen, dass sie nicht einsehen, dass Schäden durch ausgefallene Fußballspiele von Steuergeldern bezahlt werden, wird es dieses unsägliche Geseiere auch wieder von Leuten geben, die nichts mit Konzerten und Festivals anfangen können.
Aber auch viele kleine Gemeinden sind auf die Einnahmen jährlich stattfindender Volksfeste und Kirmesveranstaltungen u.ä. angewiesen.
Es ziehen dunkle Wolken am eigentlich blauen Himmel auf!
Wir werden es aber wohl leider ertragen müssen.

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