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23.07.2019 | 12:34 1 Autor: Martin Burger RSS Feed

Metallica-Insider soll Tickets direkt auf dem Zweitmarkt verkauft haben

News 30109Metallica waren 2017 auf ihrer "WorldWired"-Tour natürlich auch in Nordamerika unterwegs, doch etwa 88.000 Tickets sind nie im regulären Vorverkauf gelandet, sondern wurden direkt an den Sekundärmarkt verkauft. Das beweist ein im Vorfeld der Tour aufgezeichnetes Telefonat zwischen einem Mitarbeiter von Live Nation und einem Promoter. Pikant: Den Auftrag zur Ticketplattform-Verschiebung hat ein Vertrauter der Band gegeben.

Aufgedeckt wurde die fragwürdige, aber in den USA legale Praxis vom Branchenmagazin Billboard. Demnach fand das besagte Telefonat im Februar 2017 statt, nur wenige Tage bevor Metallica auf Konzertreise gingen. Die Gesprächspartner waren der Promoter Vaughn Millette und Bob Roux, Live-Nation-Präsident für den US-Markt. Millette war beauftragt worden, 88.000 Tickets für ausgewählte Sitzplätze der "WorldWired"-Tour direkt an den Sekundärmarkt zu verkaufen.

Der Auftrag kam von einem gewissen Tony DiCioccio, bekanntermaßen ein enger Vertrauter der Band und ihr angestellter Berater in Sachen Ticketing. Die Aufzeichnung des Telefonats offenbart die Verhandlungen zwischen Roux und Millette: Die Tickets sollten Wiederverkaufs-Portalen wie StubHub bereitgestellt werden, um von vornherein Gewinn zu erwirtschaften, der normalerweise als verloren gilt, wenn der Sekundärmarkt involviert ist.

Millette selbst soll das Telefonat später einigen Vorstandsmitgliedern von Live Nation zugespielt haben. Gegenüber Billboard erklärte Live Nation: "Ein Berater der Band hat sich entschieden, den Sekundärmarkt zu nutzen, um dessen Wert zu erfassen." Ohne die ausdrückliche Zustimmung des Künstlers sei ein solches Vorgehen aber nicht möglich.

Unter Berufung auf eine Quelle, die von der Abmachung zwischen Roux und Millette weiß, berichtet Billboard, dass "Metallica 40 Prozent des Wiederverkaufs-Erlöses erhalten würde, Live Nation 40 Prozent, DiCioccio 12 Prozent und Millette 8 Prozent". Eine andere Quelle habe aber angegeben, dass der Anteil von Live Nation geringer sei.

Der Ticketzweitmarkt ist in letzter Zeit immer wieder großes Thema gewesen. Rammstein hatten im vergangenen Jahr mit einer einstweiligen Verfügung gegen Viagogo verhindert, dass Tickets ihrer Tour dort zu meist horrenden Preisen weiterverkauft werden. Der Suchmaschinen-Gigant Google kündigte vor kurzem an, Werbung für Viagogo aus seinem Angebot zu verbannen.

Die Tour zum aktuellen Metallica-Album "Hardwired... To Self-Destruct" war ein weltweiter Erfolg. Über ihre Stiftung All Within My Hands spendete die Band bei jedem Tourstopp einen fünfstelligen Betrag an lokale Tafeln. Live Nation hatte kürzlich bekannt gegeben, bis 2030 jegliches Einweg-Plastik von seinen Festivals und Konzerten verbannen zu wollen.

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Kommentare (1)

Avatar von foolfighter80 foolfighter80 25.07.2019 | 14:08

Wo ist das Problem? Die Praxis scheint offenbar nicht illegal zu sein. Schließlich ist im Neo-Kapitalismus nun mal oberstes Gebot, seinen Profit zu maximieren.
Und wenn Metallica Freude es bevorzugen, vor den zahlungskräftigsten Zuschauern zu spielen anstatt für ihre Fans, so ist das ihre Entscheidung.

Aber ja, sie könnten wenigstens die Eier in der Hose haben und es auch offen so sagen.

...für mich sind sie ohnehin gestorben, seit diesem unsäglichen kostenpflichtigen live SMS Voting für die Songauswahl der Zugabe bei der Tour 2012 (?) .... Gibt ja gottlob viele Bands da draußen, die es verdient haben, gehört zu werden und am Ende sogar noch einen talentierten Drummer haben :P

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