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23.10.2017 | 17:09 0 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Record Store Day gibt "Black Friday"-Releases bekannt, deutsche Plattenläden nehmen nicht teil

News 27543Am 24. November lockt der "Black Friday" wieder mit Aktionen und Rabatten Kunden in die Geschäfte. Auch die Macher des Record Store Day beteiligen sich erneut an dem großen Einkaufstag und feiern mit einer Reihe exklusiver Vinyl-Veröffentlichungen von Künstlern wie At The Drive-In, Death From Above und Iggy Pop die Plattenladenkultur - allerdings nicht in Deutschland.

Erste Künstler waren schon selbst vorgesprescht, bevor die Macher des Record Store Day ihre gesamte Liste veröffentlichen konnten: So kündigten etwa At The-Drive-In ihre neue EP "Diamanté" mit drei im Sommer in Hamburg aufgenommenen Songs bereits vorab an. Und auch Dan Auerbach gab bereits bekannt, dass er mit seinem Label zu diesem Anlass einen Mini-Sampler veröffentlichen werde.

Aber auch sonst kann sich die Liste der "Black Friday"-Releases 2017 sehen lassen, von denen am 24. November rund 150 Stück exklusiv in unabhängigen Plattenläden weltweit zu haben sein werden: Clutch vereinen auf ihrer bereits dritten Picture Disc in diesem Jahr ihre EPs "Pitchfork" und "Passive Restraints" mit zusätzlichen Demos, Fleet Foxes veröffentlichen die EP "The Electric Lady Session" mit Live-Aufnahmen aus den gleichnamigen New Yorker Studios, Death From Above spendieren ihrem aktuellen Hit "Freeze Me" eine transparente Seven-Inch mit der unveröffentlichten B-Seite "Keep It Real Dumb" und Iggy Pops Album "New Values" von 1979 gibt es farbig, im Gatefold und mit Poster. Und auch The Kills, Kreator, Tori Amos und die Black Lips sind mit Veröffentlichungen beteiligt.

Nachdem es in den vergangenen Jahren Kritik gegeben hatte, weil begehrte Releases nur in bestimmten Ländern zu haben waren, oder andersherum am Record Store Day als exklusiv vermarktet wurden, später aber auch ganz regulär erschienen, setzen die Organisatoren dieses Mal auf Transparenz: Alle "Black Friday"-Releases nennen die verfügbare Stückzahl, zudem sind die Veröffentlichungen in drei Gruppen unterteilt: exklusive RSD-Releases, Veröffentlichungen mit einem regionalen Fokus oder einer speziellen RSD-Ausgabe, und Platten, die zuerst am RSD, später aber auch regulär erscheinen.

In Deutschland werden die Macher des hiesigen Record Store Day sich allerdings 2017 nicht offiziell am "Black Friday" beteiligen, nachdem sie von 2011 bis 2016 dabei gewesen waren, wie Organisator Jan Köpke erklärte: Erstens habe sich eine Firma in Deutschland die Marke "Black Friday" schützen lassen und auch Plattenläden mit kostspieligen Abmahnungen gedroht, sollten diese mit dem Begriff werben. Die Löschung der Marke sei beantragt, aber noch nicht erfolgt. Zweitens hätten Plattenläden und Vertriebe hierzulande signalisiert, dass sie neben dem RSD, der Plattenladenwoche und diversen Einzelaktionen keinen Vorteil in einem weiteren Aktionstag sehen würden, sondern dieser die Kunden eher verwirre - und der "Black Friday" ohnehin auch in Deutschland mittlerweile vom "Kommerz marktschreierisch überrollt" worden sei, sodass man sich lieber nicht mehr beteilige.

Deutsche Fans von "Black Friday" und Vinyl müssen also auf die einschlägigen Online-Marktplätze hoffen, um ihre Lieblingsstücke zu ergattern - oder bei den Plattenhändlern ihres Vertrauens anfragen, ob die eine oder andere Platte auch ohne Teilnahme am RSD-Black-Friday vielleicht dennoch ihren Weg nach Deutschland findet.

Der Record Store Day, bei dem seit 2008 spezielle Vinyl-Veröffentlichungen ausschließlich in unabhängigen Plattenläden zur Stärkung der Plattenladenkultur verkauft werden, findet traditionell am dritten Samstag im April statt. Seit einigen Jahren beteiligen sich die Macher aber auch am "Black Friday": Dieser Freitag nach Thanksgiving ist in den USA traditionell ein Einkaufstag mit teils starken Preisnachlässen und Sonderaktionen. In den vergangenen Jahren ist das Phänomen auch in Deutschland flächendeckend angekommen, sodass von großen Ketten bis hin zu Einzelhändlern unzählige Verkäufer unter dem Banner ihre Produkte bewerben.

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