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16.02.2016 | 11:07 2 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Jesse Hughes: "Bis niemand Waffen hat, muss vielleicht jeder eine Waffe haben"

News 24475Die Eagles Of Death Metal spielen am heutigen Abend in Paris ein Ersatzkonzert für ihre im Zuge der Terroranschläge im November abgebrochene Show. Im Vorfeld gab Frontmann Jesse Hughes einem französischen Fernsehsender ein emotionales Interview - und äußerte sich im Zusammenhang mit den Anschlägen auch zum kontroversen Thema Waffenrecht.

Rund 19 Minuten dauert das Interview, das Jesse Hughes dem Nachrichtensender iTélé gab und das ihr unten als Auszug und auch in voller Länge findet.

In einem Ausschnitt sprach die Moderatorin auch die Frage des Waffenrechts im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris vom 13. November 2015 - bei denen 130 Menschen getötet worden waren, davon allein 90 bei einem Konzert der Eagles Of Death Metal im Club Bataclan - an und fragte den Frontmann nach seiner Meinung. "Waffengesetze haben im Grunde nichts mit all dem zu tun, aber wenn Sie darüber sprechen wollen, frage ich Sie: Haben die französischen Waffengesetze verhindert, dass auch nur eine verdammte Person weniger im Bataclan stirbt?", sagte Hughes. "Ich möchte den sehen, der das mit Ja beantworten kann, denn ich kann es mir nicht vorstellen. Beendet haben die Situation einige der mutigsten Männer, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe, indem sie mit ihren Feuerwaffen voran im Angesicht des Todes hineingestürmt sind."

Unter Tränen stellte Hughes die Frage in den Raum, ob die im Bataclan getöteten hätten überleben können, wenn sie selbst einen Zugriff auf Schusswaffen gehabt hätten. "Ich glaube, der einzige Punkt, an dem sich meine Sichtweise geändert hat, ist der, dass bis zu dem Punkt, an dem niemand Waffen besitzt, vielleicht jeder Waffen besitzen muss. Denn ich will so etwas nie wieder erleben, und ich will, dass jeder die beste Überlebenschance hat. Ich habe Menschen sterben sehen, die vielleicht hätten überleben können, wer weiß. Aber ich wünschte, ich wüsste es sicher." Hughes hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für ein liberales Waffenrecht eingesetzt und dafür auch Kritik geerntet.

In dem Interview dankte Hughes auch erneut für die überwältigende Unterstützung und den Zuspruch für seine Band und sprach darüber, wie er heute mit den Ereignissen lebt. "Seltsamerweise hatte ich nie Alpträume und konnte ich immer gut schlafen. Aber wenn ich wach bin, dann sehe ich plötzlich alptraumhafte Dinge", so der Musiker sichtlich erschüttert und mit zitternder Stimme. "Ich dachte, darüber zu reden würde es leichter machen, es aus mir herauszuholen würde mich weniger so wie jetzt sein lassen. Aber es gibt einfach keinen Bezugsrahmen für so etwas. Ich wünschte, es würde mich einfach loslassen."

Die Eagles Of Death Metal befinden sich derzeit auf Tour, um die Shows nachzuholen, die im Zuge der Terroranschläge abgesagt wurden, und für die die Band schon vor einer Weile Ersatztermine verkündet hatte. Karten gibt es bei Eventim.

Am vergangenen Freitag hatte die Band in Stockholm ihr erstes Konzert seit den Anschlägen gespielt. Bei der heutigen Show in der Pariser Olympia Hall werden bewaffnete Sicherheitskräfte anwesend sein, Psychologen stehen bereit, um gegebenenfalls traumatisierte Fans zu betreuen.

Video: Jesse Hughes über seine Sicht auf das Waffenrecht

Video: Das gesamte Interview mit Jesse Hughes

Live: Eagles Of Death Metal

18.02. München - Tonhalle
22.02. Wien - Arena
23.02. Zürich - Komplex 457
15.08. Bremen - Aladin
16.08. Köln - Live Music Hall

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Kommentare (1)

Avatar von whitehorse16 whitehorse16 17.02.2016 | 10:02

Sorry! Er ist halt doch nur ein dummer Ami,der Donald Trump wählt! Da kann man nicht weiterhelfen...

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