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0 Autor: Ingo Neumayer

Placebo - Without You I’m Nothing

Without You I’m Nothing

Beim ersten Hören denkt man, „Without You I’m Nothing" wäre der ideale Soundtrack zum beim-Zugfahren-aus-dem-Fenster-starren, leicht verträumt in Nostalgie schwelgen, an Ex-Freundinnen denken.

Doch schnell wird klar, daß in Placebo viel mehr steckt: Die Gefühle, die hier vermittelt werden, sind nicht romantisch verklärt, wirken nicht inszeniert (obwohl Sänger Brian Molko Drama studiert hat), sondern real. No Code, just Wut, Trauer, Hoffnung, die ganze Palette inklusive aller Mischverhältnisse und Komplementäremotionen. Placebos Anliegen ist simpel und herausfordernd zugleich: Wir öffnen dir unsere Seele und verlangen nichts weiter, als daß du dir ausreichend Zeit nimmst, unsere Platte anzuhören, in guten wie in schlechten Tagen. Amen. So muß ehrliche Rockmusik sein: Mit opulenten Gesten, aber ohne übertriebenes Pathos. Mit großen Aufhängern und kleinen Widerhaken. Vielseitig und dennoch stimmig. Man versinkt andächtig in der Tiefe der Arrangements („My Sweet Prince"), wird instinktiv mitgerissen von der Energie („Brick Shithouse"), bis sich nach und nach herauskristallisiert, daß man diese Platte immer und immer wieder hören kann. Und will. Und muß. Placebo als Name ist Quatsch. Diese Band tut nicht so, als ob - sie ist.

Leserbewertung: 9.4/12

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