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0 Autor: Martin Iordanidis

Royal Republic - We Are The Royal

We Are The Royal
  • VÖ: 27.08.2010
  • Label: On Fire/Roadrunner/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 210

Schwedischer Geradeaus-Rock, Schärfegrad hoch. Mit rotzigen Pöbeleien wollen Royal Republic den The-Bands von gestern das Zepter aus der Hand reißen. Sind sie dauerhaft regierungsfähig?

Danke, schwedischer Sozialstaat. Nicht umsonst gibt man dir bis heute die Credits für erlauchte Rockkunst aus dem skandinavischen Norden. Auch wenn Adam Grahn und seine Crew die ersten Akkorde in der Schul-AG gegriffen haben mögen, was Royal Republic im Kern ausmacht, lernt man auf keiner Popakademie. Eher am biernassen Tresen morgens um drei. Beim Kotzepfützen-Ausweichen draußen auf der Straße. Nach dem Aufwachen neben Miss Unbekannt am Morgen danach.

Nicht, dass der Schwedenrock-Thron irgendwie verwaist wäre. Eine Handvoll anderer Bands, auch abseits der Hellacopters und Hives, wühlt weiterhin in diesem Fundus. Royal Republic haben aber eine Extraportion Dreck unter den Fingernägeln, die vielen ihrer Mitbewerber fehlt und sich auch nicht hinter dem geschniegelten Look der Band verstecken lässt. Diese Jungs mögen noch nicht viel vorzeigen können, wollen aber trotzdem mit der Tochter des Präsidenten vögeln. Mit vorwitzigen Schrammelgitarren und erschreckend treffsicheren Hooks treten sie Zimmertüren ein, der gnadenlos drückende Bass und das pumpende Schlagzeug verteilen Ohrwatschen an alle Brillenträger. Lediglich All Because Of You verlässt den Hyperaktivitätsmodus, und das muss wahrscheinlich ein Versehen gewesen sein.

Braucht Royal Republic aber nicht weiter zu interessieren. Wenn die Naturgesetze nicht versagen, wird diese Band von nun an erfolgreich sein. Wie lange, das muss sich erst zeigen. So viel Zappeligkeit kann auf Dauer schon mal als Beliebigkeit enden.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.8/12

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