Der betrifft unsere Behauptung vom letzten Mal: „Es gibt keinen Song auf ihrem zweiten Album, der eine gute Single abgäbe“, schrieb das Musikblatt eures Vertrauens 2007 über "On Letting Go", die vorerst letzte Platte, die die Fab Five aus Philly über ein Indielabel veröffentlicht haben. Ihr Majordebüt hingegen dürfte im Atlantic-Hauptquartier eher Kopfzerbrechen darüber bereitet haben, welches Stück auf "Blue Sky Noise" als Single am besten für den wechselhaften Vibe der Platte einsteht. Das rastlose "Get Out", das hymnische "I Felt Free", das hitzige "Fever Dreams", das romantische F"rozen Creek"? Oder doch der schnell zupackende Opener "Strange Terrain", der gewissermaßen als Spoiler des Albums funktioniert, weil er die verschiedenen Stile bündelt und vorwegnimmt, an denen sich Circa Survive im Folgenden auch mal getrennt bedienen: Powerpop und Emo, Indie, Alternative und Progrock.
Als Faustregel für "Blue Sky Noise" kann man sich merken: Circa Survive reizen die Grenzen nach oben und unten stärker aus. Wo sie krawallig sind, machen sie ihrem frühen Ich auf Juturna Konkurrenz, und wo es ihnen um Eingängigkeit geht, setzen sie sich neue Maßstäbe. Dass ihr Sänger Anthony Green „Festgefahrensein“ als das Leitmotiv des Albums ausgibt, unterstreicht die Musik hinter seinen Texten jedenfalls nur stellenweise. Vielleicht hat Green aber auch einfach mehr Humor, als man ihm ansieht. Man übersieht das ja schnell, wenn er sich live mit schmerzverzerrtem Gesicht mal wieder die Stirn mit dem Mikro aufschlägt.
Artverwandte
Coheed And Cambria - "Year Of The Black Rainbow"
Dredg - "The Pariah, The Parrot, The Delusion"
Sparta - "Threes"
Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12
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