Klar ging „Young Folks“ spätestens nach der Nena-Coverversion jedem noch so abgehärteten Radiohörer auf den Sack, und jeder arme Indie-DJ, der es wagte, die Platte im Club aufzulegen, wurde mit den vergammelten Ananasscheibchen des Piña Coladas beworfen. Darüber hinaus fast vergessen wurde der Rest des Albums „Writer’s Block“, der über große Teile schlicht clever arrangierten und herzzerreißend schönen schwedischen Pop zu bieten hatte. Damit hatte das Nachfolgealbum „Seaside Rock“ – instrumental, sperrig und immer wieder in elektronische Perkussions-Spielereien abdriftend – nahezu gar nichts mehr am Hut. So auch die wenigsten Fans und Kritiker, die nicht recht wussten, ob sie das Album nun zerreißen oder gar nicht erst ernst nehmen sollten. Hört man nun „Living Thing“, offiziell also fünftes Album der drei Schweden, weiß man wieder nicht so recht, wie einem geschieht. Einerseits sind da die süßen Melodien, die Peter Moréns Stimme so wunderbar akzentlastig vorträgt, anderseits die kalte Percussion, programmierte Drumloops und ein nicht zu leugnender HipHop-Vibe (vor allem in der ersten Single und Jay-Zs „Hard Knock Life“-Hommage „Nothing To Worry About“). Ob das daran liegt, dass sich PB&J in der Zwischenzeit mit Kanye West angefreundet haben? Wer weiß. Vielleicht ist das ja aber auch nur das nächste „Experiment“.
Bewertung: 6/12
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