Denn die Süddeutschen haben schon immer mehr Potenzial gehabt als die Kollegen vom Deich, die keinen Hit wie "Take On Me" hatten. Und der war, sprechen wir es aus, sehr voraussehbar. "The Black Path" ist das komischerweise nicht. Aggression und Melodie im Gleichgewicht, viel handwerklich Stimmiges; man merkt, dass hier eine Band ihre zweite Chance sucht. Und auch wenn es nicht viele Argumente gibt, 2008 wie ein Bastard aus den Deftones und Sevendust zu klingen – die Münchener holen das Beste aus sich heraus. Hier schwingt viel Herzblut mit. Das muss man anerkennen. Und die Routine, mit denen die 13 Songs (plus Intro) umgesetzt worden sind. Es ist kaum zu glauben, die Emil Bulls sind Veteranen einer Szene, die viel belächelt wurde, aber die nicht totzukriegen ist. Wenn man "Collapsed Memorials" oder "Worlds Apart" hört, weiß man auch, warum. Eigentlich sind die Bulls Popfans, und deshalb war auch schon die Akustikplatte ("The Life Acoustic") nicht peinlich (was man zum Beispiel von Die Happys Versuch nicht unvorbereitet behaupten sollte). Es gibt einen Unterschied zwischen Anbiederung und Entwicklung. Hier kann man ihn hören. Frisch aus deutschen Landen.
Leserbewertung: 9.0/12
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