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    S.C.U.M.
    Again Into Eyes

    VÖ: 09.09.2011 | Label: Mute/GoodToGo
    Text:
    8 / 12
    S.C.U.M. - Again Into Eyes

    Doch noch eine faszinierende Veröffentlichung aus dem Feld der Wave-Wiederkäuer.

    Eigentlich haben wir ja die Originale und die frühen Epigonen – und ein neues Interpol-Album alle paar Jahre reicht vollkommen. Dann aber kriecht aus irgendeiner Ecke des Internets die Single Whitechapel der Londoner Band S.C.U.M. durch die unvorsichtigerweise zu laut eingestellten Kopfhörer. Unmittelbare Infektion! Der schönste, edelste, eleganteste Dunkel-Pop seit Jahren – mit einer Basslinie gesegnet, die sogar Carlos D wieder hinter seinem E-Musik-Sofa hervorlocken könnte. Nun also das Album dieser Band mit blödem Namen. Auf Mute, wo mit S.C.U.M. nun die nächste und werweißwievielte Generation Einzug hält. Dass die fünf jungen Menschen auf Daniel Millers’ Qualitätstrutzburg gut aufgehoben sind, liegt vor allem an Bradley Baker und Samuel Kilcoyne, die bei S.C.U.M. für die Tasteninstrumente und Effekte zuständig sind. Beide haben sich intensiv mit der Labelgeschichte auseinandergesetzt und lassen in den besten Momenten industrielle Klangwolken aufsteigen, die Kenner der Mute-Historie vor Freude erschaudern lassen: DAF, Nitzer Ebb und sogar Laibach fallen einem ein. Sentimental Bloom beginnt wie Deutsche Kosmische Musik, Paris spielt mit Michael Nymans so wunderbar kitschiger Interpretation der Minimal Music. Man ahnt es: Gesang, Gitarren und Rhythmus können da zumeist nicht mithalten (bereits erwähnte Ausnahme: Whitechapel, da passt wirklich alles). Doch sie zerstören auch nicht allzu viel von dieser wunderbaren Atmosphäre, die nur dann matt wirkt, wenn S.C.U.M. versuchen, schnelle Rocksongs für die Festivalbühne zu spielen.