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PTTRNS Material und Geschichte

VÖ: 30.03.2018 | Label: Altin Village & Mine/Indigo
Text: Britta Helm
8 / 12
PTTRNS - Material und Geschichte

Muzak für einen steckengebliebenen Aufzug – zum dritten Album drehen sich die Kölner krautrockig im kleinsten Kreis.

Den Post-Punk, den Afrobeat und die Disco-Anklänge, die 2010 auf “Science Piñata und 2013 auf “Body Pressure für Antrieb sorgten, haben Pttrns hinter sich gelassen und sich stattdessen in Rhythmen und Loops vergraben, die nirgendwo ankommen. Einen ersten Hinweis gibt schon das Cover, auf dem Band- und Albumname zum Labyrinth ohne Ein- oder Ausgang werden, und auch den neun Songs mit bis zu 7:42 Minuten Länge ist so schwer bei- wie zu entkommen. Um Zeit geht es auf Material und Geschichte, auf persönliche und politische, vor allem aber auf hypnotische Art, bei der einem vor lauter unterdrückten Synthies und stoischem Gesang ganz schwummrig wird: „This is for real, but nothing’s forever“. Selbst wenn dann Rabea Erradi von Die Heiterkeit mit dem Saxofon dazwischenfunkt, sich Produzent Andreas Spechtl mit der Bonus-Gitarre einmischt oder irgendwer noch eine Kuhglocke findet, lassen sich die Songs davon nicht stören und lullen ihre Hörer weiter verstörend ein. Gemütlich wird es in der neuen Enge nie, eher beklemmend, wenn Pttrns sich auf immer weniger Platz ausbreiten. „I can’t stop breathing it’s too loud.“ Da wabern drei Töne leise umeinander, werden von einem vertrackten Gummisohlen-Beat fast eingeholt und vom Falsettgesang überlagert, bis einem fünf Minuten vorkommen wie ein einziges schwarzes Loch. „Oh serenade, give me a break, I can go on, but for how long?/ Let me sway.“ Mag sein, dass die vier Musiker live dazu immer noch Schweißflecken unter den Armen bekommen, aber ihr Album spielt jetzt in einer neuen Dimension.

weitere Platten

Body Pressure

VÖ: 12.04.2013

Science Piñata

VÖ: 02.04.2010