Die meisten wichtigen DrumnBass-Produzenten brachten ihre Alben bereits vor ein bis zwei Jahren heraus, und es war schon erstaunlich, daß von Paul Pesce alias Peshay bisher kein Longplayer anstand. Oft angekündigt, ständig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, liegt Miles From Home jetzt vor – und beweist, daß man auch im schnellen DnB-Business, das alle drei Wochen eine neue Variante hervorbringt, so etwas wie ein zeitlos gutes Album produzieren kann. Peshays Sound war schon immer durch jazzige Versatzstücke geprägt; mit Vocal-Tracks wie Psychosis, einer frühen Maxi auf Goldies Metalheadz-Label sowie Gone Are The Days Of Summer lieferte er sehr zugängliche, weiche und musikalische Stücke. Auch Miles From Home ist nicht in erster Linie ein Album für den Dancefloor. Die Arrangements sind ausgefeilt, die Einflüsse vielfältig. Bei Live At 2:37 steht ein Jazz-Thema im Vordergrund, End Of Story mit Vocals von J-Live biegt in Richtung HipHop ab, Truly ist stark durch die Stimme von Kym Mazelle geprägt, bei dem wunderbar beruhigendenSummer In The City singt Valerie St. Etienne. Natürlich gibt es auch puren DnB (Miles From Home, P vs P, Vegas), insgesamt jedoch tendiert Peshay zu einem offenen, recht konsumentenfreundlichen Sound, der gefällt.