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    Kirmes
    Summer Games

    VÖ: 06.03.2000 | Label: Plattenmeister/Indigo
    11 / 12

    Deutschlands unterbewertetste Band versöhnt mit ihrem zweiten Geniestreich Kopf und Körper.
    Es ist schon ein wenig frustrierend: Da attestiert man Kirmes, mit ihrem Debüt „das vielleicht wichtigste deutschsprachige Album des Jahres“ (VISIONS Nr. 72) gemacht zu haben – und es werden nicht einmal 700 Exemplare unters Volk gebracht. Bleibt zu hoffen, dass Kirmes mit ihrem zweiten Versuch nicht eine ähnliche Bauchlandung hinlegen, denn dieses Album steht dem Debüt in nichts nach. Vielleicht ist es sogar noch besser, denn eigentlich handelt es sich bei „Summer Games“ um einen perfektionierten Entwurf von „Video“. Die im Kern aus Kir Royal und Hermes bestehende Band hat verstärkt an ihren Songwriting-Fähigkeiten gefeilt und so reiht sich auf diesem Album tatsächlich Hit an Hit. Gleich dem Opener „Rumble in der Old-School-Disco“ kann man Klassiker-Qualitäten attestieren, aber auch der Rest des Materials fällt demgegenüber kaum ab. Ob nun langsamere Stücke wie „Tanzcafé“ oder „Jazz Hollywood“, fast schon rockige Songs wie „Marsmodulator“ oder auch das mit Acid- und Kraftwerk-Sounds spielende „Soda Club“ – Kirmes können alle Stimmungen adäquat umsetzen und verlieren dabei nie ihren Biss. Denn obwohl durchaus hörbar ist, dass Beck hier als musikalischer Pate fungiert, sind die Songs auf „Summer Games“ niemals ein müder Abklatsch des amerikanischen Idols. Dafür sorgen allein die hintergründigen Texte, die bei jedem Hören neue Details preisgeben und Kirmes ihr unverwechselbares Profil verschaffen. Dass die Band ausgerechnet „Detektive der Popkultur“ für die letzte VISIONS-Compilation auswählte, ist allerdings etwas schade, denn meiner bescheidenen Meinung nach handelt es sich dabei um einen der schwächsten Songs des Albums.

    weitere Platten

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