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    Crash: Conspiracy
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    VÖ: 12.11.2010 | Label: I Me/Rough Trade
    Text:
    9 / 12

    Schon der Überbau des neuen Aydo-Abay-Projekts macht einem Angst. Das Album offenbart sich aber als sehr gute Platte zwischen Pop und Besinnungslosigkeit.

    Der Rahmen, der sich um diese „Untergrund-Band der Zukunft“ legt, ist ein Multimedia-Projekt des SWR, in dessen Mittelpunkt die Fernsehserie Alpha 0.7 steht. Es geht um das Leben in einem Überwachungsstaat im Jahr 2017 – ausgerechnet in Stuttgart (während der scheiß Bahnhof immer noch nicht fertig ist). Die Musik der Band spielt in dieser Zukunft, ist Ausdruck von Verfolgung und Unfreiheit, stemmt sich jedoch mit den Mitteln ihres einschmeichelnden Elektro-Pop gegen die Umstände.

    Abay wird zu Ino Control, einem Untergrundmusiker, der einen Kontrapunkt im Leben der Jugend setzen will. Man muss das alles nicht wissen, um sich in dieser Platte zu verlieren. Songs wie Protester und das hymnische The Escapist fügen sich auch in die Gegenwart ein. Mit der Fiktion ist es ja ohnehin nicht so weit her. Wer in den späten 70ern und 80ern genau hingehört hat, wird an vielen Stellen von <> die Augenbrauen hochziehen, denn die Sounds der Zukunft klingen verdächtig nach Tangerine Dream und frühen Depeche Mode, Hand in Hand sogar mit den Pet Shop Boys.

    Gleichzeitig stehen ganz gegenwärtige Soundkünstler wie Urlaub in Polens Georg Brenner, Von Spar, Simon Werle und andere Pate beim außergewöhnlich hybriden Klang dieser Widerstandsband gegen den Kontrollstaat. Was sich hier subtil Bahn zu brechen versucht, wird vielleicht erst 2017 seine ganze Brisanz entfalten. Bis dahin liefern Crash Conspiracy immerhin schon mal den Soundtrack für die Ödnis der Gegenwart.