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Baths Cerulean

VÖ: 30.07.2010 | Label: Anticon
Text: Pascal Weiss
8 / 12
Baths - Cerulean

Der erst 21-jährige Will Wiesenfeld legt mit Cerulean ein Debüt vor, das Zeitgeist atmet. Nicht zuletzt durch den Kontrast zwischen muskulösen Elektro-Beats und sanfter Sommerromantik gewinnt es an Reiz.

Baths, neben [Post-Foetus] das inzwischen zweite Projekt Wiesenfelds, ist zweifelsohne ein ambitioniertes Unterfangen, das – ob nun Kalkül dahinter stecken mag oder nicht – zahlreiche aktuell heiß gehandelte Strömungen zu vereinen versucht. So mischen sich zerschnipselte, melancholische Vocals im Eröffnungsstück Apologetic Shoulder Blades geschickt zwischen die Bits and Bytes. Das darauffolgende Lovely Bloodflow verpasst sonnigem Lo-Fi-Neofolk in regelmäßigen Abständen wuchtige Hiebe, während sich Maximalist mit Chillwave-Aushängeschildern wie Neon Indian am aufgewärmten Sandstrand bei abendlicher Brise das Frisbee zuwirft. Baths unerschöpflicher Ideenreichtum ist unbestritten in Los Angeles‘ kreativer Beatszene um Flying Lotus, Gaslamp Killah oder Nosaj Thing beheimatet. Der Versuch, weitere Grenzen zu übertreten, verhindert zwar eine stärkere Fokussierung und lässt hin und wieder den Bezug zwischen den einzelnen Songs vermissen, sorgt aber vor allem in Kombination mit den verträumten, simplen Texten für belebende Abwechslung. Besonders faszinierend etwa kurz vor Schluss, wenn einen die gleichmäßig plätschernden Tropfen im tollen Rain Smell erlauben, sich zurückzulehnen, bevor Indoorsy ruckartig und voller Inbrunst losprescht. Innerhalb weniger Sekunden weicht die wolkenverhangene Tristesse jugendlicher Leichtigkeit: „It’s a breezy, beautiful day/ The birds and girls and their weightless ways/ The air is cool and there are plenty of things to do.“

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