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    Atlas Sound
    Parallax

    VÖ: 04.11.2011 | Label: 4AD/Beggars/Indigo
    Text:
    9 / 12
    Atlas Sound - Parallax

    Für diesen Soundtrack gäbe es schon einen Film. Zeuge einer Verschwörung würde von Bradford Cox handeln, der sich beim Schreiben selber über die Schulter schaut.

    Im Original heißt der Film The Parallax View, und das seltsame Wort erklärt sich wie folgt: Objekte verändern scheinbar ihre Position, wenn sich der Beobachter bewegt. Mit anderen Worten: Man kann sich auf nichts verlassen. Das passt zu Cox, der schon mit seiner Hauptband Deerhunter musikalische Rohdiamanten bis zur Unkenntlichkeit abschleift, bis sie sich als glitzernde Wolke auf die ganze Landschaft legen. Ohne Band ist der Sänger sogar noch besser, seine zusammenimprovisierten Texte sind noch nebulöser und gleichzeitig auf beunruhigende Art sonnenklar. „There is a story/ No one likes to tell/ It’s the story of/ A little boy who went to hell.“ In dem Stil geht es noch ein bisschen weiter, verschlafene Melodien spinnen ein Netz aus Paranoia und medikamentöser Umnachtung, und über allem Cox in seiner fadenscheinigen Maskerade als Crooner. Parallax klingt wie eine Extraportion Stubenarrest, in der es sich eins dieser phantasiebegabten Kinder gemütlich gemacht hat und sich in passiv-aggressiver Vergeltung übt. Ja, wir werden traurig sein, wenn Atlas Sound eines Tages tot ist, aber hört sich dieses Album nicht auch nach einem gehörigen Spaß für seinen Schöpfer an? Bradford Cox’ musikalische Arbeiten haben inzwischen einen hohen Wiedererkennungswert, es sind allesamt Selbsterforschungsreisen in sehr idiosynkratischem Stil, die über allerhand Kaputtes den Weg zu einer merkwürdigen Schönheit finden. Der Beobachter bewegt sich, und die Objekte verändern scheinbar ihre Position.

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