Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Marcus Kalbitzer

Subterfuge - The Legendary Eifel Tapes

The Legendary Eifel Tapes

Die Zeiten des klassischen Indie-Rock sind für Subterfuge vorbei. Sie wagen Experimente, können sich dabei aber auf ihr Gespür für Popmusik verlassen.

Subterfuge vereinten in ihrem feinperligen Gitarrenpop oft die besten Momente von Teenage Fanclub und den Lemonheads. Britpop traf auf College-Rock. Die mehrstimmigen Harmoniegesänge ließen die Sonne zum Fenster hinein; wenn nicht sogar ins Herz. Die Düsseldorfer waren mit die Ersten im deutschen Indie-Rock, denen melodisches Songwriting nicht peinlich war. Warum auch? Kaum jemand hat es derart gekonnt verstanden, die Pop-Formel der Sixties ohne jegliches Retro-Gehabe ins neue Jahrtausend mitzunehmen – und dabei doch immer zeitgemäß zu klingen. Bereits auf der letzten Platte "I Do Birds" indes war deutlich eine Hinwendung zu einem abgehangeneren Sound erkennbar. Man hatte das Tempo gedrosselt, wagte sich sogar an Americana-Elemente heran. Das alles hat die mittlerweile sechsköpfige Band nun weiter intensiviert. In einem Ferienhaus in der Eifel entstanden die neuen Stücke, und vielleicht sollte man es einfach mal beim Namen nennen: Hinter vielem, was Subterfuge auf ihrem neuen Werk anstellen, steckt eine Faszination für die Beatles. "The Legendary Eifel Tapes" ist quasi das weiße Album der Düsseldorfer. Man mag den Titel der Platte seltsam finden, für unverkäuflich halten, aber für die Band enthält er alles, was für sie zählt: Die Mühen, die Leiden, die glücklichen Momente, ihre Seele. Bei den Aufnahmen in der Abgeschiedenheit haben sie scheinbar zu sich selbst gefunden und sich musikalisch neu positioniert. Auch wenn dieses Album dunkler, experimenteller, reifer klingt: Subterfuge können gar nichts anderes, als wunderbare Popmusik zum Klingen zu bringen.

Bewertung: 9/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.