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0 Autor: Quintus Berger

Megadeth - The System Has Failed

The System Has Failed

Das Comeback nach nur zwei Jahren Auszeit fällt streckenweise viel versprechend aus, kann aber (noch) nicht an alte Glanztage anknüpfen.

Vor zwei Jahren löste Dave Mustaine nach fast zwei Dekaden seine Band Megadeth wegen einer schweren Armverletzung auf. Nun scheint der Chef genesen und bringt die Gruppe mit reichlich Personalwechseln wieder an den Start. Die Rückkehr des legendären Chris Poland an der Leadgitarre machte den Fans Hoffnung auf eine Abkehr vom zuletzt nur mäßig überzeugenden Schlingerkurs zwischen hoffnungslosem Gefrickel und kommerzieller Anbiederei, zurück zu den epischen Speed-Metal-Sinfonien früherer Tage. Die Nachricht, sämtliche zwölf Songs seien aus insgesamt 150 Nummern ausgewählt worden, die bereits vor Jahren geschrieben, bei den jeweiligen CD-Produktionen jedoch als "nicht album-fähig" erachtet wurden, schon weniger. Allen Befürchtungen zum Trotz ist "The System Has Failed" ein recht starker Output geworden. Der tosende Opener "Blackmail The Universe" zeigt den rothaarigen Egozentriker in Höchstform: rasend schnell, beinhart, aber auch melodisch. Spätestens wenn Poland zu seinem ersten Solo ansetzt, werden alle alten Anhänger der Band im siebten Himmel schweben. Auch das energiegeladene "Kick The Chair" und "Shadow Of Deth", eine brachiale Vertonung des 23. Psalms, wissen zu begeistern. Dass die Platte weiterhin Lichtjahre von Klassikern des Schlages "Peace Sells… But Who's Buying?” oder "Rust In Peace" entfernt ist, liegt vor allem an Ausfällen wie den garantiert für den Karriere-Tiefpunkt "Risk" (1999) konzipierten "Die Dead Enough", "Tears In A Vial" oder "Something I'm Not", die weder genügend Biss für eine echte Metal-Band haben, noch den nötigen Massen-Appeal aufweisen, um in den Pop-Charts zu bestehen.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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