Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Martin Iordanidis

Tori Amos - The Beekeeper

The Beekeeper

Die Künstlerin in ihrer grünen Phase. Nach der Schwere von "Scarlet's Walk" findet Tori Amos zur himmlischen Verträumtheit auf Erden zurück. Und: Sie groovt.

19 Songs auf 75 Minuten bringen den Datenträger an die kritische Grenze seines Fassungsvermögens. Hoffentlich wird da nicht zu dick aufgetragen, hört man sich beten. Aber das Gewicht, mit der Tori Amos zuletzt das "göttliche Amerika" beschwor, ist einer neuen Leichtigkeit, ja einem Aufatmen gewichen. Ganz neue Perspektiven gibt es in Bezug auf einen Tori-typischen Urkonflikt – in "The Power Of Orange Knickers" ist Amos erstmals mit einem Mann, dem irischen Sänger Damien Rice, im Duett zu hören. Überhaupt taugt die Wahlheimat Irland, auch als gleichnamiger Song auf "The Beekeeper" vertreten, als zauberhafte Kopfkulisse der neuen, alten, sanften Tori Amos. Aber es bleibt nicht bei einer Liebeserklärung an ein zweifellos schönes Land. Hier spielt die Liebe für das Leben selbst, und die kann tausend Farben annehmen – siehe das sehr erotische "Sweet The Sting", welches mit sanftem Calypso in den Bauch geht. In "Mother Revolution" gleitet Tori Amos erneut im Duett durch ihren supraflüssigen Balladenstil, während Tracks wie "Cars And Guitars" oder das schwülstige "Hoochie Woman" im Stil von Fiona Apples durch die Mitte rauschen. Als Gesamtbild bleibt die entspannte Grundhaltung des im "Beekeeper" zitierten Imkers, der mit ein wenig Schall und Rauch dem Bienenstock feinsten Honig abgewinnt. Wunderschön.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 9.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.