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0 Autor: Kai Winn

Type O Negative - Bloody Kisses (Platten der Neunziger)

Bloody Kisses (Platten der Neunziger)
  • VÖ: 17.08.1993
  • Label: Roadrunner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 82 - Schönheit der Ausgabe

Das Neue Testament des schwanzfixierten Düsterrocks.

Dass "Bloody Kisses" das grundlegendste aller Type O Negative-Alben ist, lässt sich daran ablesen, dass die Band auch heute noch instinktiv mit den Hits "Christian Woman" oder "Black No. 1" in Verbindung gebracht wird. Zwischen dem umstrittenen ‘91er Werk "Slow Deep And Hard" und 1993, dem Erscheinungsjahr von „Bloody Kisses", hatte sich einiges in Pete Steeles Gehirnwindungen getan. War das Debüt noch die stilistisch hochwertigere Fortsetzung des aus Carnivore-Tagen bekannten Dauer-Hassen-Müssens gewesen, so wies der Nachfolger in die Richtung, die Type O in Zukunft einschlagen sollte. Von nun an spielte Mystik und Sehnsucht die zentrale Rolle im Schaffen der Band. Dass Frauen und Feminität in diesem Zusammenhang zu Peters Lieblingsthemen aufsteigen konnten, sollte sich in einer nicht unmaßgeblich weiblichen Anhängerschaft niederschlagen. Type O-Sticker zieren die Fiat Pandas ihrer Fans genauso wie Atrocity- und Tiamat-Aufkleber. Trotz depressiver Grundstimmung wusste die Band die Falle "Gothic" gekonnt zu umgehen und bewegte sich stilsicher auf den Pfaden des Düsterrocks, und so findet sich "Bloody Kisses" als willkommene Stromgitarrenalternative in manchem Gruftie-Haushalt dieser Republik. Es war genau diese Mischung aus sehnsüchtiger Weltenflucht und urbaner Alltäglichkeit, die den ureigenen Stil Type O Negatives prägten. Auch wenn "Bloody Kisses" aus heutiger Sicht etwas angestaubt wirken mag, darf nicht vergessen werden, dass diese Platte damals genau zur rechten Zeit erschien.

Leserbewertung: 10.6/12

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