Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Dirk Siepe

Kreator - Enemy Of God

Enemy Of God

20 Jahre Kreator. Hut ab vor der Thrash-Metal-Institution aus dem Ruhrpott und ihrem sehr überzeugenden Jubiläumsalbum "Enemy Of God".

Hatten Kreator ihre Fans mit "Violent Revolution" (2001) für den in Richtung Gothic-Rock experimentierenden Ausrutscher "Endorama" (1999) bereits halbwegs besänftigt, haben sie nun spätestens mit "Enemy Of God" wieder die gesamte Metalwelt auf ihrer Seite. Und vielleicht noch ein paar Menschen mehr. Songs wie der Titeltrack, eine ultraschnelle Speedattacke mit Slayer-mäßigem Stakkato-Stampf-Refrain, der Nackenbrecher "Murder Fantasies" oder das abwechslungsreich riffende "Suicide Terrorist" dürften fast alle ansprechen, die auf harten, aggressiven Sound stehen. Mille Petrozza singt mit seiner unvergleichlich gepressten, wütend-frustrierten Stimme, wie man sie schon vom Debütalbum "Endless Pain" kennt, Drummer Jürgen Reil prügelt das krachige Dutzend Tracks mit brutaler Präzision nach vorne und Ex-Waltari-Gitarrist Sami Yli-Sirniö hat sich nach gewissen Anlaufschwierigkeiten mittlerweile gut in den Bandsound eingefügt und sorgt mit seinem sehr melodischen Spiel dafür, dass Kreator heute angenehm kontrastreich klingen. Da der Vorgänger bereits im September 2001 erschien, konnte Petrozza 9/11 und die Folgen erst auf diesem Album thematisieren, und auch wenn es viele nicht mehr hören können, gebührt ihm doch Respekt dafür, dass er in der von Fantasyfiguren und Männerphantasien verseuchten Metal-Lyrik politisch deutlich Stellung bezieht. Respekt deshalb, weil für die Essener Band der US-Markt sehr wichtig ist, und da kann man sich mit eindeutigen Statements gegen Bush & Co. schon ein paar dicke Felsbrocken in den Weg legen.

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.