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0 Autor: Maik Koltermann

Massive Attack - Danny The Dog OST

Danny The Dog OST

Doppelrezension mit "DJ Kicks" von DADDY G

Das Leben nach dem Mega-Erfolg: Robert Del Naja schreibt die Musik zu einem Luc-Besson-Film, sein ehemaliger Massive-Attack-Kollege verdingt sich als DJ.

Martial Arts – das hat ja erst mal mit Kämpfen zu tun. Mit blitzschnellen Bewegungen, Sprüngen und Männern mit seltsam gezwirbelten Kinnbärten. Robert Del Naja, letzter Mohikaner im entvölkerten Massive Attack-Land, trägt gemeinhin keinen Bart. Und das bisherige Werk des TripHop-Baumeisters fußt auch eher auf tonnenschwerer, mantraesker Tieffrequenz als auf Salti und Schwertschwüngen. Nun ist ja aber ein Luc Besson-Martial-Arts-Film auch kein Standardwerk des Genres. Der Leon-Regisseur ist ein Mann mit Gefühl und Geschmack – und verhilft Del Naja mal eben zu einem Ausweg aus der kreativen Sackgasse, in die er sich mit "100th Window" manövriert hatte. Die 21 Stücke des Scores sind ein wuchtiges Meisterwerk, auf dem böse grollende Versatzstücke nahtlos in besinnliche Melancholie übergehen. Musik, zu der man 52 Minuten durch eine trübe Scheibe in den Herbstregen starren kann – und es fühlt sich gut an. Sehr speziell, sehr gelungen. Daddy G, MA-Weggefährte aus alten Tagen, legt derweil im Rahmen der DJ Kicks-Reihe eine Songsammlung vor, die persönliche DubReggae-, HipHop- und Funk-Vorlieben sowie das Schaffen der Freunde und Kollegen mit dem eigenen kombiniert. Neben Tricky sind auch hier Massive Attack präsent. Zum einen als Remixer von Nusrat Fateh Ali Khan und Les Negresses Vertes (beides nicht ohne Nervfaktor). Zum anderen mit eigenen Songs, die durch exotische Remix-Mühlen gedreht wurden. Von Jamaika nach Algerien, von New York nach Italien in 17 Songs. Eine im Ganzen geschmackvolle Auswahl.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.0/12

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